Der Altmarkkreis ist wieder sicherer geworden. Im vergangenen Jahr sank erneut die Zahl der Kriminalfälle. Gestern präsentierte das Polizeirevier Salzwedel die Statistik und warnte zugleich vor manipulierten Geldautomaten.

Salzwedel. Ein unsicheres Pflaster ist die westliche Altmark nicht. 5740 Ermittlungsverfahren schloss die Kriminalpolizei im vergangenen Jahr ab. Die nie-drigste Zahl der vergangenen acht Jahre. Zum Vergleich: 2002 gab es noch 8113 Fälle. Und: Alle sechs Kapitalverbrechen (zweimal versuchter Totschlag, dreimal fahrlässige Tötung, einmal illegaler Schwangerschaftsabbruch) wurden aufgeklärt. Die Aufklärungsquote sank leicht von 55 Prozent auf 54,2 Prozent, erklärte Jürgen Faustmann, Chef der Salzwedeler Kriminalpolizei.

Diebstahl ist nach wie vor die meistbegangene Straftat. 2423 Fälle wurden im vergangenen Jahr registriert, davon 1201 Mal besonders schwerer Diebstahl. Insgesamt wurde aber weniger geklaut. Die Fallzahl verringerte sich zu 2009 um 388. Auch bei den schweren Körperverletzungen gab es 2010 eine rückläufige Tendenz, 170 Fälle in Jahr 2009, 137 Fälle 2010.

Das Gros der Täter ist nach wie vor männlich (75 Prozent) und erwachsen (72,3 Prozent). Von den insgesamt 2551 ermittelten Tätern waren lediglich 3,3 Prozent keine deutschen Staatsangehörigen. Die meisten Ermittlungsverfahren sind in Salzwedel (48,6 Prozent) bearbeitet worden. In der Kreisstadt hat die Kripo ihren Sitz.

Erfolgreich war die Polizei unter anderem bei der Aufklärung des Überfalls auf eine Prostituierte im Februar 2010 in Salzwedel. Ein 35-jähriger Schleswig-Holsteiner misshandelte die Frau schwer. Er wurde dafür zu vier Jahre Haft verurteilt.

Anfang Juli wurden in der Kreisstadt vier Litauer festgenommen, die falsche 50-Euro-Scheine in Umlauf bringen wollten. In einem Schnellverfahren wurden drei Erwachsene zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Erfolgreich war die Polizei wohl auch bei den Seriendiebstählen in Salzwedeler Turnhallen und Arztpraxen: In Stendal ist im Dezember ein Langfinger auf frischer Tat ertappt worden, der mit der Jeetzestädter Serie in Verbindung gebracht wird.

Noch nicht aufgeklärt ist der Überfall auf die Kakerbecker Sparkassenfiliale. Doch er scheint in Zusammenhang mit ähnlichen Überfällen in Sachsen und Thüringen zu stehen, so Faustmann. Er und seine Kollegen hatten im vergangenen Jahr auch mit Fällen der Geldautomaten-Manipulation zu tun. In Gardelegen gab es deswegen 48 Anzeigen. Der entstandende Schaden betrug 45 000 Euro.

Auch in Salzwedel sind drei Geldautomaten manipuliert worden. Skimming (Skimmer - engl. für Abschöpfeinrichtung) heißt das in der Fachsprache. Die Täter, in diesem Fall aus dem südosteuropäischen Raum, gehen raffiniert vor. Über der Tastatur des Geldautomaten bringen sie eine mit Elektronik vollgestopfte Platte an, die nicht ohne Weiteres zu erkennen ist. Eine Kamera nimmt die Eingabe der PIN-Zahl auf, per Stick wird das an einen Computer gesendet. Gleichzeitig ist der Kartenschacht manipuliert. Die Kartendaten werden komplett herausgelesen und gelangen ebenfalls via Funk-Internet in fremde Hände. Im Ausland wird dann das Geld abgehoben.

Soweit kam es in Salzwedel nicht. Das System der Geldautomaten schlug Alarm. Die Automaten wurden lahm gelegt. Die Salzwedeler Kripo konnte die technischen Hilfsmittel der Kriminellen sicherstellen. Die Täter wurden bereits in Westdeutschland festgenommen.

Polizeichefin Sandra Schmidt rief gestern zur großer Wachsamkeit an Geldautomaten auf. "Man sollte sehr vorsichtig sein", sagte sie. So sollte grundsätzlich mit einer Hand die Eingabe der PIN-Nummer vor fremden Blicken oder eben Kameras abgedeckt werden. Laut Faustmann werden vor allem an Wochenenden Geldautomaten manipuliert.