"50 plus! Seniorenteller?" hieß es am Dienstagabend im Salzwedeler Kulturhaus. Gleichstellungsbeauftragte Renate Burmeister hatte anlässlich des 100. Internationalen Frauentages die Kabarettistin Uta Rotermund eingeladen. Diese betrachtete das Leben der Frauen jenseits des 50. Geburtstages aus ihrem ganz eigenen Blickwinkel.

Salzwedel. Gleich vorweg: Etwa 500 Frauen im restlos ausverkauften Kulturhaus amüsierten sich prächtig. Einige Männer waren übrigens auch da, teils wegen der Technik, teils wegen der Brandwache, einige begleiteten auch ihre Ehefrauen. Mitunter lachten sie auch.

Dabei dürfte das Lächeln angesichts von Ratschlägen wie "Trau einem Mann nur so weit, wie du ein Klavier werfen kannst" wohl nicht so herzhaft ausgefallen sein.

Zugegeben, Frauen der Generation 50 plus sind einzuordnen zwischen der letzten Camelia und der ersten Tena Lady. Aber es ist immerhin die Generation von Hilary Clinton und Sharon Stone. Ach ja, und von Angela Merkel. Also sind solche Frauen durchaus selbstbewusst, werden doch 70 Prozent aller Scheidungen von Frauen in eben jenem Alter eingereicht. "Bei chronischer Migräne hilft auch mal ein Scheidungsanwalt", so der Tipp von der Bühne in Richtung Publikum. Denn wer will schon den Rest seines Lebens mit jemandem verbringen, dessen Intensität der einer Tütensuppe entspricht! Von wegen: Ich möchte so gerne mit einem Mann alt werden! "Alt wird man auch allein", so das Fazit von Uta Rotermund. Und noch was zum Merken: "Frauen über 50 sind wie Diamanten - geschliffen und gehärtet."

Die Härte brauchen sie auch, machte Uta Rotermund klar. Denn jenseits der 50 "ist der Lack ab und die Zähne überkront", die Kinder aus dem Haus oder mit dem eigenen Nachwuchs wieder da. Im günstigsten Fall kommen die eigenen Eltern dazu, und der Göttergatte schwängert gerade die Nachfolgerin.

Uta Rotermunds Programm ist drastisch, komisch, sarkastisch und ermutigend, sie schreckt auch nicht vor Frivolitäten zurück. Die Stimmung im Saal des Kulturhauses stieg geradezu im Handumdrehen an. Frauen, die die programmgebende Grenze von 50 noch vor sich haben, hatten ebenso ihren Spaß wie die, die dieses Lebensalter bereits hinter sich ließen.

Und das Leben kann mit 50 und in den Jahren danach durchaus noch spannend sein, machte Uta Rotermund ihrem Publikum mit Blick auf das "Alphabet der Wechseljahre" klar: "L wie Leidenschaft - ein altes Haus brennt lichterloh." Einen Satz, den die Aktiven der Feuerwehr, die am Dienstag die Brandwache inne hatten, mit zustimmendem Nicken quittierten.

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