In Dahrendorf wurde am Sonnabend Faseloom gefeiert. Wer nicht mit zur lustigen Schar gehörte, die durch den Ort zog, merkte dies spätestens, als er die Glocke vor seinem Haus läuten hörte. Allen voran marschierte der Bär mit Gefolge, um für das anschließende Beisammensein Spenden einzusammeln.

Dahrendorf. Der Winter ist ausgetrieben. Dafür haben die Dahrendorfer und ihre Gäste am Sonnabend mit einem Umzug durch den Ort gesorgt. Der bunten Schar voran: Herdenführer Ronny Gall, der die Aufgabe an diesem Tag von Jürgen Heimhöfer übernahm, Bärenführer Reinhold Gonschior sowie Tierarzt Dr. Me(d)t Rüdiger Striecks und Krankenschwester Tina Dierks - und natürlich der Bär, in dessen Kostüm Jan-Michael Nonnast steckte. Für gute Laune spielten zudem die Dährer Straßenmusikanten Gerald "Schere" Eggert, Heike Thielk, Fabian Eggert, Eduard de Boes, Harald Engwer und Bernd Rieck Musik, die zum Mitsingen und Schunkeln einlud.

Von Haus zu Haus ging es, um Spenden für das anschließende Beisammensein im Dorfgemeinschaftshaus zu sammeln. Wer etwas gab, wurde belohnt - mit einem Tänzchen mit dem Bären. Und wer wollte sich das schon entgehen lassen? Doch so manches Mal wurde dies dem Bären zu viel. Er erlitt Schwächeanfälle, die dank der Wundermedizin von Dr. Me(d)t aber schnell wieder vorbei waren.

Im Dorfgemeinschaftshaus wurde die Schar herzlich empfangen. Während in der Küche aus den 350 eingesammelten Eiern und etlichen weiteren Zutaten Eierback und ein großes Büfett gezaubert wurde, kippte der Bär im Saal noch einmal um und stand wieder auf. Denn wie betonte Rüdiger Striecks: "Der Bär muss in Dahrendorf leben bleiben." Und dann stimmte Gerald Eggert die Hymne für den Dahrendorfer Faseloom an mit dem Refrain: "Wenn der Bär durch den Ort in Dahrendorf hier geht, sind die Leut\' gut gelaunt und jeder hier versteht, Dahrendorf olé!" Nach dem Essen hatten übrigens auch die Gäste von der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß 54 Dähre noch eine Überraschung parat. Sie unterhielten bestens als "Piraten vom Dummestrand".

Was es eigentlich mit dem Umzug auf sich hat, erklärte Hans Albert Tancke. In den Jahren vor 1960 sei in Dahrendorf bereits Faseloom gefeiert worden. Man habe es von Schmölau, wo es so etwas Ähnliches gebe, übernommen und weiterentwickelt. In der ersten Zeit sei der Bär in Erbsenstroh eingewickelt gewesen. Als die Grenze kam, sei erst einmal Schluss gewesen mit Faseloom - bis vor 16 Jahren, da habe man dies wieder aufgegriffen. Woher der Begriff Faseloom genau komme, könne man nicht sagen. Fest stehe nur, dass damit der Winter ausgetrieben werden soll.

   

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