In diesem Jahr wird bundesweit ein Zensus stattfinden. Mit der statistischen Erhebung soll ermittelt werden, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Auch in und um Salzwedel. Diese Art Inventur startet im Erhebungsstellenbereich Salzwedel, zu dem auch die Einheitsgemeinden Arendsee und Kalbe sowie die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf gehören, im Mai. Etwa 90 Interviewer sind dann unterwegs, um die Befragungen in den Haushalten vorzunehmen.

Salzwedel. Viele Entscheidungen von Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Als Basis dafür dienen Daten, die nicht mehr auf dem aktuellsten Stand seien, sagt Christiane Jehne, Leiterin der Erhebungsstelle in Salzwedel. "Die vergangene Erhebung stammt aus dem Jahr 1987, also noch aus DDR-Zeiten. Seitdem hat sich viel getan. Es sollen die Einwohnerzahlen mit Daten ermittelt werden, die in keinem Register stehen, wie Beruf, Migrationshintergrund oder Religion." Daher wird 2011 europaweit ein neuer Zensus erhoben.

Dieser teilt sich in Deutschland in drei Teile. Der erste besteht aus der sogenannten Haushaltsbefragung, bei der die Erhebungsbeauftragten - auch Interviewer genannt - zu den Bürgern kommen und mit ihnen einen Fragebogen durchgehen und ausfüllen. Etwa zehn Prozent der Einwohner werden im Erhebungsstellenbereich Salzwedel ab dem 9. Mai angeschrieben und der Interviewer angekündigt. "Bis zum 31. Juli werden die sehr allgemein gehaltenen Komplettbefragungen bei etwa 6500 Einwohnern und bei etwa 1000 Personen auch im zweiten Teil, dem Sonderbereich, zu dem zum Beispiel Senioren- und Behindertenwohnheime gehören, stattfinden", erläutert Christiane Jehne.

Bedenken und Kritik am Zensus, der vom Bund finanziert wird, kann sie verstehen, daher betont sie: "Hier wird nicht Polizei gespielt! Es wird niemand ausspioniert. Die Daten werden nicht an Behörden weitergegeben, sondern äußerst vertraulich behandelt." Zudem könne jeder, der von den geschulten Interviewern nicht aufgesucht werden möchte, die Fragen im Internet beantworten oder den Fragebogen ausgefüllt per Post versenden. Für die Bürger besteht nach dem Zensusgesetz eine Auskunftspflicht.

Etwa 90 Interviewer werden in der Region unterwegs sein. Erfreulich sei für Christiane Jehne die Anmeldung besonders älterer Mitbürger, denen es "nicht um einen Nebenverdienst geht, sondern die eine Aufgabe übernehmen möchten". Ab Herbst be-ginnt dann der dritte Teil des Zensus, die Gebäude- und Wohnungszählung. Diese Befragung findet schriftlich statt. Antworten können entweder postalisch oder online abgegeben werden. Etwa, um welchen Gebäudetyp es sich handelt, wie viele Wohnungen sich darin befinden und welche Heizungsart sich überwiegend vorfinden lässt.

Die Stadtverwaltung muss für die Erhebungsstelle zwei Mitarbeiter für anderthalb Jahre abstellen. Der vom Land überwiesene Pauschalbetrag von 87 000 Euro werde die Kosten, deren Höhe noch nicht feststeht, auf jeden Fall nicht decken, sagte Stadtsprecher Olaf Meining.