Wiersdorf. 19 Mädchen und Jungen aus der 4a der Jenny-Marx-Grundschule Salzwedel sowie ihre Klassenlehrerin Lydia Schneider verlegten gestern ihren Unterricht auf eine Wiese nahe Wiersdorf. Sie halfen Jens Kulow, dem Betriebsleiter des ortsansässigen Biolandhofes, 64 Apfel- und 4 Kirschbäume zu pflanzen. Darunter waren alte regionale Sorten wie Der gelbe Richard oder der Bohnenapfel, aber auch bekannte wie der Große Boskop. "Es ist zwar kühl, aber das Pflanzen macht Spaß", sagte Felix Buchmeyer, der zuvor schon mal einen Baum gepflanzt hat. Für Pauline Knappe war es dagegen eine Premiere. "Das mit der Buddelei ist ganz schön anstrengend", sagte die Viertklässlerin. Die Hände seien schon ganz kalt. Und auch das Wasserholen aus dem Graben sei nicht einfach, fügte Julia Kreft hinzu. "Hoffentlich rutscht keiner ab", meinte sie.

Der Wiersdorfer Betrieb beteiligt sich an einem Naturschutzprojekt, das im November 2010 in Niedersachsen begonnen hat und bei dem hunderte Apfelbäume gepflanzt werden sollen. Gestiftet wurden die Hochstämme übrigens von der Privatkelterei beckers bester aus Lütgenrode/Göttingen. Kooperationspartner des vom Verein biolog organisierten Projektes sind der Bioland- Landesverband Niedersachsen/ Bremen und das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen.

"Unser Anliegen ist es, uns ökologisch und gesund zu ernähren, Akzente gegen den Trend zu setzen", erzählte Jens Kulow. Gestern zeigte er sich erfreut darüber, wie die Viertklässler mit zupackten. Der Kontakt zu dieser Klasse sei über Bekannte entstanden. "Die Lehrer unterstützen die Schüler sehr. Und es gehören auch ganz tolle Eltern dazu", lobte er. Die Viertklässler erfuhren von Veronika Heiringhoff Campos vom Verein Bioland, welche Tiere sich in einer Streuobstreihe wie hier bei Wiersdorf ansiedeln: Höhlenbrüter, aber auch zahlreiche Insekten, für die die Obstblüte unersetzbar sei. Und sie hatten ein kleines Programm rund um den Baum mit Bauernregeln, Sprüchen, Gedichten und Liedern als Dankeschön vorbereitet, weil sie mithelfen durften.

Der Biolandwirt und seine Frau Dietlind spendierten den fleißigen Schülern ihrerseits eine deftige Suppe und luden zum Aufwärmen ans Feuer ein.