Der Jugendclub "The JC" in Arendsee hat seit dem 28. Februar geöffnet. Täglich strömen mehr Kinder und Jugendliche in die Einrichtung. Aber noch immer fehlen wichtige Ausrüstungs- und Einrichtungsgegenstände.

Arendsee. "In Arendsee und den umliegenden eingemeindeten Orten gibt es rund 300 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 20 Jahren", erzählt Uli Kirsch, Sozialarbeiter im neu eröffneten Jugendclub. "Aber bis vor kurzem gab es keinen Jugendclub, in dem sich die jungen Menschen zwanglos treffen konnten." Kirsch ist froh, dass Norman Klebe, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Arendsee, sich so engagiert für einen Jugendclub eingesetzt hat und dieser schon am 28. Februar öffnen konnte.

"Der Jugendclub soll ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche sein. Hier können sie sich frei bewegen und werden nicht kontrolliert", fasst Kirsch das Konzept zusammen. "Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich die Kinder wohlfühlen und auch mal Abstand von den Problemen zu Hause bekommen."

Treffpunkt sollte geschaffen werden

"Ich finde es toll, endlich einen Jugendclub zu haben", erzählt Stephan Göhre aus Arendsee. "Früher haben wir uns einfach auf dem Markt getroffen, aber so ist es viel schöner." Matthias Wille fügt an, dass er es toll finde, einen Ansprechpartner für seine Probleme zu haben. "Erwachsene haben viel mehr Lebenserfahrung und können Tipps geben. Außerdem haben wir schnell Vertrauen zu Uli Kirsch gefasst. Mit ihm sprechen wir eher über Probleme als in unseren Vereinen."

Genau das ist es auch, was Kirsch erreichen möchte. "Ich bin hier nicht der Aufpasser, sondern Ansprechpartner. Ich möchte zu den Kindern eine Vertrauensbasis herstellen." Natürlich habe es Anlaufschwierigkeiten gegeben, die schnell überwunden wurden. "Wir haben gemerkt, dass es nicht wichtig ist, wie alt jemand ist, sondern wie alt er im Kopf ist", erzählt der 16-jährige Matthias. Nicht zuletzt habe sich Kirsch durch sein stetes Engagement das Vertrauen der Kinder erarbeitet. "Er hat unkonventionelle Ideen", erzählt "Matze". "Das mögen wir an ihm." So haben sich die Kinder gemeinsam überlegt, die alten Lampen mit bunten Folien umzugestalten, die Wände zu verzieren und einen Tresen selbst zu bauen.

In der jetzigen Situation des Jugendclubs muss Kirsch diese Ideen auch haben, denn es fehlt der Einrichtung noch am Nötigsten. "Wir können uns zwar hinsetzen, aber das war es eigentlich auch schon", sagt die 17-jährige Jeanny Güßfeld. "Man kann mal Karten spielen, mehr geht nicht." Auch die jüngeren Kinder wünschen sich mehr Spiele und mehr Platz zum Toben. "Es gibt keinen Hof, wir rennen immer über den Markt", erzählt der 11-jährige Dominik Schellenberg.

Auch Kirsch hofft, dass sich die Ausstattung des Jugendclubs bald verbessert. "Im Moment habe ich leider noch nicht einmal eine Schere und Papier, damit wir etwas basteln können." Kirsch wartet dringend auf Mittel von der Gemeinde und dem Land. Norman Klebe versicherte am Freitag im Gespräch mit der Volksstimme, dass der Club Gelder erhalten werde. "Wir haben 3000 Euro Spenden vom Neujahrsempfang erhalten. Das Geld ist auch bereits überwiesen."

Kirsch und die Jugendlichen hoffen, dass sie von dem Geld ihre Räumlichkeiten ansprechend gestalten und ein paar Spiele kaufen können. "Uns ist natürlich am meisten mit Spenden geholfen. Ob Möbel oder Spielzeug, wir freuen uns über jede Kleinigkeit", so Kirsch.

Aber es gibt noch ein weiteres Problem für den Sozialarbeiter. "Gut ist, dass wir einen Raum für den Jugendclub zur Verfügung gestellt bekommen haben. Aber täglich kommen mehr Kinder hierher." Die räumliche Situation sei bereits sehr angespannt.

Neue, größere Räume werden benötigt

"In der Vorratskammer ist Schimmel an den Wänden, deshalb können wir diesen nicht nutzen. So haben wie nur einen einzigen Raum. Die Kleinen wollen toben. Die Großen wollen mal ihre Ruhe haben und sich unterhalten. Das sorgt für Reibereien. Außerdem haben wir keinen Raum, in dem wir vertrauliche Gespräche führen können." Dazu komme noch, dass der Mietvertrag für den Club im Juli auslaufe und deshalb dringend neue Räume, am besten großzügigere, gefunden werden müssten. "Ideal wäre ein Minimum von vier Räumen", so Kirsch. Laut Klebe gebe es geeignete Räume, aber er wolle noch keine konkreten Angaben machen. Die Forderungen von Kirsch sollen derweil nicht überheblich wirken. "Ich wünsche mir eigentlich nur, dass sich der Stadtrat klar zum Jugendclub bekennt, wir die nötigen Dinge bekommen und damit eine Perspektive zum Weitermachen haben." Klebe versicherte im Gespräch, den Jugendclub zu erhalten und der Einrichtung jegliche Hilfen zur Verfügung zu stellen.