Hans-Jörg Krause (Linke) zieht erstmalig mit einem Direktmandat des Wahlkreises 1 Salzwedel in den Landtag ein. Er setzte sich mit 5520 Stimmen, das sind 31,75 Prozent aller abgegebenen Stimmen, knapp vor Jürgen Stadelmann (CDU) als Zweitplatzierten ab. Im Wahlkreis 2 Gardelegen-Klötze konnte Uwe Harms (CDU) sein Direktmandat erneut sichern. Die Wahlbeteiligung lag in Salzwedel und in Gardelegen-Klötze mit jeweils 50,3 Prozent deutlich über der von 1996 (44,4 beziehungsweise 45 Prozent).

Salzwedel. Um 21.17 Uhr stand es fest: Hans-Jörg Krause (Linke) hat im Wahlkreis 1 das Direktmandat gewonnen. Jubelstimmung bei der Wahlparty in der Salzwedeler Parteizentrale. Krause hatte gestern keinen Zweifel, das scheinbar Unmögliche zu schaffen. Er verwies Jürgen Stadelmann (CDU), der 1996 noch mit 900 Stimmen vor Krause lag, mit einem Vorsprung von 271 Stimmen auf den zweiten Platz. "Ich freue mich riesig. Das ist ein Höhepunkt", erklärte Krause, der seit 1990 im Landtag ist, aber noch nie das Direktmandat gewonnen hat. Für den Salzwedeler ist es eine Anerkennung seiner kontinuierlichen Arbeit. "Die geradlinige Politik hat sich ausgezahlt."

Stadelmann, der zuletzt als Staatssekretär im unionsgeführten Umweltministerium gearbeitet hat, zieht über die Liste erneut in den Landtag. "Ich gratuliere ihm", schickte er Glückwünsche an die Adresse von Hans-Jörg Krause. Ein knappes Ergebnis sei absehbar gewesen, reflektierte Stadelmann die zurückliegenden Wochen.

Pech hingegen hatte Lutz Franke (FDP). Beim Kampf um das Direktmandat landete er abgeschlagen hinten. Seine Partei verfehlte die Fünf-Prozent-Hürde. Damit zieht auch sein Listenplatz 4 nicht mehr. Lutz Franke ist aus dem Landtag raus. "Die Altmark hat damit eine Stimme weniger im Landtag", resümierte Wahlsieger Krause.

Bedauern darüber auch bei Christian Franke (Bündnis 90/Grüne). Er habe zu seinen Mitbewerbern ein gutes persönliches Verhältnis aufgebaut und erlebt, mit welchem Elan sich Lutz Franke in der Landespolitik engagiere, blickt der Abiturient zurück. Von seinem eigenen Wahlergebnis war der 18-jährige Salzwedeler schwer begeistert, auch wenn es nicht für einen Sitz im Landtag reichte. "Wow! Das ist ja krass", so sein erster spontaner Kommentar.

Zufrieden war auch SPD-Kandidatin Ursula Binde. "Fast 20 Prozent als Quereinsteigerin - darüber bin ich schon recht glücklich", stellte sie während der Wahlparty der Salzwedeler SPD in der Initiative 2000 fest. Der Wahlkampf sei für sie ein Politik-Kurs der besonderen Art gewesen und habe sie eigentlich zu mehr ermutigt, sagt sie lächelnd.

Holger Hartmann (Freie Wähler) gab sich gestern Abend als fairer Verlierer und gratulierte Hans-Jörg Krause. Für ihn war es im Vorfeld der Wahl bereits klar, dass er aufgrund fehlender finanzieller Mittel keinen materialintensiven Wahlkampf führen konnte.

Im Wahlkreis 2 konnte Uwe Harms (CDU) erwartungsgemäß sein Direktmandat sichern. Sein schärfster Konkurrent im Kampf um die Wählerstimmen war nicht der Landtagsabgeordnete Jürgen Barth (SPD), sondern die linke Direktkandidatin Gudrun Gerecke aus Gardelegen.

Bei den Partei-(Zweit)-Stimmen ging in Salzwedel als auch im Wahlkreis Gardelegen-Klötze die CDU als Sieger aus dem Rennen. Auffallend: Nach dem Wählerwillen der westlichen Altmark hätte die NPD keine Chance, in den Landtag zu ziehen. In Salzwedel erhielt sie nicht einmal vier Prozent der Stimmen - trotz der vielen Plakate.