Salzwedel/Berlin. Die Nachricht swchlug ein wie eine Bombe: Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium hätten sich darauf geeinigt, dass die neue Bundesstraße B 190 westlich von Salzwedel gebaut werde. Die Alternative B 71, die von Westaltmärkern immer wieder ins Spiel gebracht wurde, sei vom Tisch. Das zumindest erklärte der parlamentarische Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums , Jan Mücke (FDP), bei seinem Besuch in Salzwedel. Volksstimme wollte es genauer wissen und fragte deshalb im Bundesumweltministerium nach, was es mit der Einigung auf sich hat. Die schriftliche Antwort vom Ministeriumssprecher Thomas Hagbeck hat es in sich: "Das Bundesumweltministerium sieht sowohl die Neubauplanung der B 190n als auch die von den Ländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt als Alternative vorgelegte Ausbauplanung für die B 71 als sehr kritisch an. Beide Planungsalternativen überzeugen aus Umwelt- und verkehrlicher Sicht nicht. Deshalb hat das Bundesumweltministerium keiner der beiden vorgeschlagenen Varianten zugestimmt, sondern es dem Bundesverkehrsministerium überlassen, im Rahmen seiner Ressortverantwortung über die Linienfindung zu entscheiden." Von einer Einigung kann somit keine Rede sein. Richtig ist aber, dass das Bundesverkehrsministerium jetzt am Zuge ist und das seit fast drei Jahren andauernde Verfahren zur Linienbestimmung - die Festlegung des Trassenkorridors der künftigen Straße - in diesem Jahr zum Abschluss bringen will, wie Mücke in Salzwedel betonte. Dass die vielbefahrene B 71 nun endgültig aus dem Rennen gegangenen ist, hat wohl auch mit jenem Gutachten zu tun, das im vergangenen Jahr gemeinsam von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erstellt wurde. Danach könnten beispielsweise lediglich fünf Prozent der vorhandenen B 71 für einen Ausbau genutzt werden. Eine Feststellung, die vom Dachverband der Bürgerinitiativen Westliche Altmark angezweifelt wird. Mitglieder wie Werner von dem Knesebeck sprechen deshalb auch von einem Gefälligkeitsgutachten. Denn niedersächsische Politiker aus dem Raum Celle und Bodenteich drängen seit Jahren auf den 34 Kilometer langen Straßenneubau der B 190 westlich von Salzwedel.

Mit dieser Variante kann sich auch Volksstimme-Leserin Eva-Maria Brandt aus Seebenau anfreunden. "Als ich die Äußerungen vom Staatssekretär Mücke gelesen habe, dachte ich sofort: Endlich hat die Vernunft gesiegt." Ein Ausbau der B 71 würde nur noch mehr Stress und Lärm zur Folge haben. Zudem verwies die Seebenauerin darauf, dass auch die B 71 durch ein ökologisch sensibles Gebiet führt. "Man braucht sich doch nur die Kraniche auf den Wiesen links und rechts der Straße anschauen." Dass Einwohner wie Werner von dem Knesebeck gegen den Neubau der B 190 seien, ist für Eva-Maria Brandt nicht unbegründet: "Er hat doch da Land gepachtet, wo die Straße langgehen soll. Er will nur seine Ruhe haben." Zugleich verwies sie auch darauf, dass es jetzt wichtig sei, die vorhandene Infrastruktur weiter auszubauen und auch zu erhalten.