Von Uta Elste

Salzwedel. Eine große Tafel mit vielen Zahlen hängt im Eingangsbereich des Zentrums für Soziale Psychiatrie (ZSP) an der Hoyersburger Straße. Viele Zahlen, doch bei näherem Hinsehen immer wieder die selbe Zahl: 1,0 - Bestnote des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Nach dem Pflegeheim des Paritätischen Sozialwerkes in Arendsee ist das ZSP das zweite mit der höchstmöglichen Bewertung in der Region. Der Landesdurchschnitt von Sachsen-Anhalt liegt bei 1,5.

Am 18. Februar seien zwei Mitarbeiter des MDK im ZSP gewesen, berichtet Dr. Nicolas Nowack, zu dessen Unternehmen das ZSP gehört. Er selber sei an diesem Tag nicht im Haus gewesen, ebensowenig Dr. Ralf Oberste-Ufer und Ina Nowack, die beiden für Qualitätsstandards zuständigen Mitarbeiter. Daher sei das Ergebnis der MDK-Prüfung auch ein Zeichen dafür, dass die entsprechenden Parameter angenommen und selbstverständlich umgesetzt werden.

In der Bewertung flossen die Ergebnisse der Befragungen zur Pflege und medizinischen Versorgung, zum Umgang mit demenzkranken Bewohnern, die soziale Betreuung und die Gestaltung des Alltages, Aspekte des Wohnens, der Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene sowie die Befragung der Bewohner zusammen.

Nicolas Nowack sieht in dem Ergebnis eine Bestätigung der Arbeit der zurückliegenden Jahre. Die Analyse der Pflegebedürftigkeit zählte ebenso dazu wie auf den speziellen Bedarf von psychisch Erkrankten ausgerichtete Pflegevisiten und Qualitätszirkel. Nicolas Nowack verweist auf die umfangreichen Fortbildungen, den ganzheitlichen Ansatz, der Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist berücksichtigt, auf Fall- und Teamsupervisionen. Das sehr gute Ergebnis habe sich bereits herumgesprochen, berichtet Nicolas Nowack. Inzwischen gebe es für das ZSP Aufnahmeanfragen aus ganz Deutschland und dem Ausland. Die Wirkung auf Kollegen und Fachleute, die sich der sozialen Psychiatrie widmen, komme hinzu. Überregionale Ausstrahlung gewinne das ZSP auch durch die Fachtagungen, die an der Hoyersburger Straße stattfinden. Allein in diesen Jahr seien zwei derartige Veranstaltungen geplant. Die Einbindung in Berufsausbildung im Bereich Pflege, die Kooperation mit Hochschulen, die Möglichkeit für Studierende, Praktika zu absolvieren oder wissenschaftlich zu arbeiten, Beratungsdienste, tun ein Übriges. Doch auch für die Region erhofft sich Nicolas Nowack eine Signalwirkung, dass hier Hilfsangebote für seelisch Behinderte etabliert sind.

In diesesm Zusammenhang misst Nicolas Nowack dem Netzwerk aus stationären und ambulanten Angeboten große Bedeutung zu: angefangen beim ZSP über das Haus Mittendrin und ambulante Hilfe im Modellprojekt Horizont bis hin zur Grips-Arbeit und Reha. Es habe Jahre gedauert, dieses Netzwerk aufzubauen, blickt Nicolas Nowack zurück. Die Bewohner im ZSP kommen übrigens nicht nur aus der Altmark, sondern aus einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern.

Zurück zur Kontrolle des MDK: Gab es wirklich keine einzige Beanstandung? Kopfschütteln bei Nicolas Nowack. Nur eine kleine Kritik im Bereich der Dokumenta-tion.

 

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