Von Torsten Adam

Salzwedel. Als die Mitglieder des Hauptausschusses am Mittwoch die aktuellen Beschlussvorlage zu den Ausschreibungsergebnissen für die Rathaus- turmplatz-Gestaltung in die Hände nahmen, entglitten ihnen die Gesichtszüge. Wieder einmal drohen die Kosten bei einem Bauprojekt in Salzwedel aus dem Ruder zu laufen (wir berichteten gestern). Statt der ursprünglich vom Stadtrat genehmigten 146 000 Euro liegt die Kostenschätzung nun bei 195 000 Euro - fast 50 000 Euro mehr. Das Gremium vertagte die Entscheidung auf eine öffentliche Sitzung, die am Montag, 4. April, ab 17 Uhr im Hansezimmer des Rathauses stattfindet. Bisher war es in Salzwedel Usus, derartige aus Städtebaufördermitteln finanzierte Projekte hinter verschlossenen Türen zu beraten. So drang auch die Kostenüberschreitung bei der Pflasterung des Kulturhaus-Hinterhofes erst an die Öffentlichkeit, als das Kind bereits in den Brunnen gefallen war.

Aus dem Bauamt indes ist wiederholt zu vernehmen, dass geplante Kosten vor der Ausschreibung nicht an die Öffentlichkeit dringen sollten. Begründung: Die Firmen würden ihre Angebote an diese Schätzungen anpassen. Da die Stadt jüngst des Öfteren vorgegebene Kostenlimits nicht eingehalten hat, könnte es eine Verlockung sein, die Preise hoch- zutreiben? Karl-Heinz Schliekau (CDU), selbst mal Bauunternehmer, hatte der Verwaltung geraten, die Ausschreibung erst nach der Winterpause, am besten im Februar, vorzunehmen. Dann seien die Preise am niedrigsten.