Die Ziemendorfer Ortsfeuerwehr hat nach einer Pause wieder eine vollständige Leitung gewählt. An der Spitze steht Dieter Bolle, seines Zeichens auch Kreisbrandmeister im Landkreis Stendal. Er hat die Fäden seit August 2010 schon amtierend in der Hand. Der 63-Jährige mahnte, schon jetzt einen Nachfolger zu suchen und auszubilden. Denn mit 65 Jahren endet seine aktive Dienstzeit.

Ziemendorf. "Ich danke für euer Vertrauen und nehme die Wahl gern an", erklärte Dieter Bolle am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung der freiwilligen Ortsfeuerwehr Ziemendorf im Saal der Gaststätte Zum Vierländer Eck. Der Stendaler Kreisbrandmeister mit Wohnsitz in seinem Heimatdorf Ziemendorf hatte im August 2010 die Geschicke der Ortswehr auf Wunsch der Kameraden und des Ortschaftsrates in die Hand genommen. Zuvor hatte es Probleme in der Wehrleitung sowie mit der Bereitschaft zur Teilnahme an Ausbildungen und Diensten gegeben. "Die bisherigen Dienstabende wurden gut besucht, die Einsatzbereitschaft ist gegeben, der Ausbildungsstand verbesserungswürdig", schätzte Dieter Bolle in seinem Rechenschaftsbericht ein.

Er war am Freitagabend von den Kameraden einstimmig gewählt worden. Ihm zur Seite steht seine Stellvertreterin Jasmin Jorns. Ebenfalls gewählt wurden Falk Riebau als Gerätewart, Christine Bolle als Sicherheitsbeauftragte und Ramona Franke als Kassiererin. Die Wahl hatte Ortsbürgermeister Michael Meyer geleitet, der die Gewählten beglückwünschte. Zusammen mit Dieter Bolle zeichnete er anschließend Jasmin Bolle für ihre 10-jährige und Ramona Franke für ihre 20-jährige Wehrmitgliedschaft aus.

"Jeder sollte in sich gehen und überlegen, ob er oder sie in zwei Jahren meine Nachfolge antreten will", machte Dieter Bolle deutlich. Denn er werde entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen in Sachsen-Anhalt nur bis zum 65. Lebensjahr im aktiven Dienst bleiben. "Die Qualifikation als Gruppenführer und Leiter oder Leiterin einer Feuerwehr sind die Voraussetzungen, mich zu beerben", meinte er.

Schwerpunkte für 2011 seien die Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Ausbildungsstand sowie die Konzentration auf das Stabilisieren der Mitgliederzahlen. "Jeder hat seine 40 Stunden Standortausbildung zu absolvieren", kündigte Dieter Bolle an. Der Dienstplan sei bereits für das ganze Jahr aufgestellt und ausgehängt. "Jeden zweiten Dienstag ist Dienst ", sagte er. Von den insgesamt 21 Kameraden besitzen nach Bolles Worten bisher nur 11 eine Qualifikation. "Das reicht nicht aus. Das Mindeste ist bei allen eine Ausbildung als Truppmann", schätzte er ein. Aber auch Atemschutzgeräteträger würden fehlen

Feuerwehrsport aktivieren

So wie bei dem Erste-Hilfe-Lehrgang mit den Zießauer Brandbekämpfern solle auch in diesem Jahr Wert auf die gemeinsame Ausbildung mit Nachbarwehren gelegt werden. "Denn im Ernstfall treffen wir uns an gleichen Einsatzorten wieder." Es habe sich bewährt, dass die Einsatzbereitschaft verbessert werde durch das gleichzeitige Alarmieren mehrerer Wehren könne. "In Ziemendorf ist die Einsatzbereitschaft nur von 18 bis 6 Uhr gewährleistet", so Bolle. Von 6 bis 18 Uhr gebe es Probleme. Glücklicherweise sei die Arendseer Stützpunktwehr stets zur Stelle.

Ein weiteres Anliegen von Dieter Bolle ist der Feuerwehrsport. "Den müssen wir aktivieren, um an Bereichsausscheiden teilnehmen zu können", forderte er. Er selbst allerdings überlasse den Jüngeren das Feld. "Ein guter Erfolg war vor drei Jahren ein vorderer Platz beim Wettkampf in Kläden", erinnerte er.

Zunächst ließen sich die Kameraden aber am Freitagabend nach der Versammlung Gulasch, Rotkohl und Kartoffeln schmecken.