Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking waren sie eine der Hauptattraktionen. Am Sonntagabend gaben sie sich bei ihrer ersten Europatournee zwischen Auftritten in Österreich in Salzwedel die Ehre: die 16 chinesischen Trommlerinnen von Manao. Knapp 500 Zuhörer erlebten im Kulturhaus ein mitreißendes Percussion-Feuerwerk und dankten es den Künstler-innen nach zwei kurzweiligen Stunden mit viel Applaus und Zugabe-Rufen.

Salzwedel. 16 zarte, junge Frauen an riesigen Trommeln - eine Kombination, die die Welt bisher nicht kannte. Und so sorgte der Auftritt des vor zehn Jahren gegründeten Ensembles Manao bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking nicht nur weltweit für Furore. Er war auch der Beginn eines Exportschlagers. Dass der Salzwedeler KulTour-Eigenbetrieb die überaus gefragten Künstlerinnen während ihrer ersten Europatournee für ein Gastspiel in der Hansestadt verpflichten konnte, war deshalb keine Selbstverständlichkeit. Denn üblicherweise spielt Manao nur in größeren Städten.

In der Show "Drums of China" verknüpften die Chinesinnen musikalische Traditionen ihres Heimatlandes mit sportlichen Höchstleistungen, durch Lichttechnik, Bühneneffekte und Kostüme kunstvoll ins Szene gesetzt. Ebenso kraftvoll und dynamisch wie die Frauen ihre Trommeln bearbeiteten, spielten sie mit ihrer Mimik und Gestik. Mucksmäuschenstill war es im Saal, als sich durch leichtes Schlagen der Hände auf das Trommelfell ein fernes Donnergrollen erhob, das sich schließlich in einem rhythmischen, lautstarken Klangfeuerwerk entlud. Einen gelungenen Hörkontrast zum dumpfen Trommelwirbel bot das Spiel auf der Erhu, der chinesischen Geige. Die zunächst typischen Klänge aus dem Reich der Mitte wandelten sich bei immer schnellerem Spiel auf dem Instrument überraschend und zeigten Parallelen auf zu bester irischer Folkmusik. Ohrenstrapazierend war hingegen der Vortrag der "im Kaisergarten zankenden Enten", dargeboten auf Topfdeckel ähnlichen Bronzetellern. Ein Stück, das den guten Gesamteindruck der Show etwas trübte und verzichtbar ist.

Mit einem Auszug aus der Peking-Oper und einem nähmaschinengleichen Trommelstakkato mündete der Abend in ein furioses Finale. Das Publikum dankte es mit tosendem Applaus und erntete von den Künstlerinnen die zwei geforderten Zugaben.

 

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