Rund 3200 Kinder des Altmarkkreises profitieren vom dem Bundesgesetz mit dem sperrigen Titel "Gesetz zum Bildungs- und Teilhabepaket", das seit dem 29. März in Kraft ist. Etwa 1,3 Millionen Euro werden nun zusätzlich verteilt. Fürs warme Mittagessen im Kindergarten, für Nachhilfeunterrichter oder als Zuschuss für die Mitgliedschaft im Sportverein. Zuständig ist das Sozialamt des Altmarkkreises.

Salzwedel. Bereits mehr als 100 Anträge lagen zur Wochenmitte im Sozialamt des Altmarkkreises vor. "Das ist erst der Anfang", schätzte Sozialdezernent Eckhard Gnodtke ein. Drei Mitarbeiter werden sich jetzt ausschließlich um die Umsetzung des Bildungspaketes kümmern. Eine erste wichtige Frist gibt es: Bis zum 30. April kann rückwirkend für die Zeit ab Januar der Zuschuss für das Mittagessen beantragt werden.

Ansprüche auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben Kinder und Jugendliche, deren Eltern das Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. Das betrifft im Altmarkkreis laut Gnodtke rund 3200 Kinder und Jugendliche, wobei die Mehrheit, rund 2300, Kinder aus Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften sind. Um den rückwirkenden Essenszuschuss zu erhalten, reiche eine Bestätigung, dass die Kinder regelmäßig in der Schule oder in der Kindertagesstätte Mittagessen bekommen haben. "Dann werden pauschal für jeden Monat 26 Euro ausgezahlt", erklärte Sozialamtsleiterin Christel Gießler. Diese 26 Euro seien keine willkürliche Summe des Altmarkkreises, sondern vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Und auch sonst habe der Altmarkkreis das Verfahren einfach gehalten. Die Anträge für Zuschüsse zur Lernförderung sollen in den Schulen bereits vorliegen. Möglich ist jetzt auch, den Nachhilfeunterricht in Kursen der Volkshochschule zu erhalten. Der Zuschuss für den Schulbedarf, zum Beispiel Hefte und Füller, wird erstmalig zum 1. August gewährt. "Automatisch", wie Christel Gießler betonte. Auf Antrag, eine Quittung vom Sportverein zum Beispiel reicht aus, werde ein Zuschuss von bis zu 10 Euro monatlich gewährt. Ab dem 30. April reichen ebenfalls Quittungen aus, um den Zuschuss für das Mittagessen der Kinder zu erhalten.

Laut Gnodtke werden so jährlich bis zu 1,3 Millionen Euro zusätzlich an Sozialleistungen ausgereicht. Finanziert letztendlich vom Bund, der seine Beteiligung an den Kosten zur Unterkunft von derzeit 24,5 Prozent bis zum Jahr 2013 auf 35,8 Prozent erhöhen will.