Salzwedel. Rücksichtslose Raser auf Steintor- und Mittelstraße sowie Postkreuzung, Rowdys, die im Nordbockhorn Bürgersteige überfahren und die Verkehrsführung der Neuperverstraße: Ein Salzwedeler hat am Dienstagabend im städtischen Ausschuss für Verkehr, Feuerschutz und Ökologie seinem Ärger über die Verkehrssituation in der Hansestadt Luft gemacht.

Auf Steintor- und Mittelstraße gehe es zu wie auf der Autobahn, monierte der Zugezogene. Im Nordbockhorn würden Kraftfahrzeuge, um aneinander vorbeizukommen, regelmäßig die Bürgersteige befahren. Sehr zum Ärger der Anwohner, deren Hausfassaden vollgespritzt werden. Die Neuperverstraße solle gänzlich zugemacht werden, schlug der Wahl-Hansestädter vor. Das bringe neues Lebensgefühl.

"Sie haben recht", meinte Lothar Heiser als Vertreter der Polizei nach den Ausführungen zur Raserei. Am Steintor gelte ab der Ecke Wallstraße Tempo 30, die Mittelstraße sei bis zur Wollweberstraße verkehrsberuhigt. Die Polizei kontrolliere unregelmäßig die Geschwindigkeit. Problematisch sieht Heiser das Befahren der Borde, unter anderem am Nordbockhorn. Seine Beobachtung: "Unsere eigenen Kraftfahrzeugführer befahren die Borde, Auswärtige nicht."

Über Jahre gewachsen sei die Verkehrssituation im Bereich Neuperverstraße, so Lothar Heiser weiter. Die Piste werde immer stabiler als Durchgangsstraße von Ost nach West genutzt. Dabei wäre das Befahren des Außenringes genau so schnell. Einige wenige Ortsunkundige würden entgegen der Einbahnstraße fahren.

"Die Zugänglichkeit der Innenstadt sollte nicht versperrt werden", meinte Vize-Bürgermeister Erich Kaiser zu dem Vorschlag des Einwohners, die Neuperverstraße dicht zu machen. Burgstraße und Breite Straße seien als Fußgängerzone ausgewiesen. Und die Werbegemeinschaft habe in jüngerer Vergangenheit gefordert, die Breite Straße wieder für den Verkehr zu öffnen.

Gerd Schönfeld (Linke) teilte die Meinung des Hansestädters nach eigener Aussage "teilweise". "In verkehrsberuhigten Zonen herrschen andere Verhältnisse", sagte er. Im benachbarten Gardelegen würden sich Gewerbetreibende dafür stark machen, diesen Bereich wieder freizugeben. Schönfelds Fazit: "Ich finde mich mit dem Zustand ab."