Salzwedel. Schlussakkord in der Salzwedeler Musikschule. Die Maler haben das Sagen. Nur noch bis morgen, dann soll Musikschulleiter Falk Kindermann als Hausherr wieder den Türschlüssel bekommen. Für die kommende Woche ist der Wiedereinzug geplant. Nach den Osterferien beginnt der Unterricht der bis zu 400 Salzwedeler Musikschüler im Jenny-Marx-Haus.

Die Monate des provisorischen Unterrichts an drei verschiedenen Standorten sind dann vorbei. Bis Ende Juni soll der Saal der Musikschule bezugsfertig sein. Im September könnte das Einweihungskonzert zu hören sein, erklärte Kindermann gestern. Zusammen mit den Mitgliedern des Bauausschusses und Landrat Michael Ziche (CDU) besuchte er die Baustelle. Fachkundiger Führer war Architekt Burkhard Przyborowski

Er erklärte, wie das Ensemble von barocker Villa, Anbau im Neoklassizismus und dem modernen Konzertsaal künftig wirken wird. Denn noch ist von der Aula im Garten des Jenny-Marx-Hauses bislang nur die Grundplatte aus Beton zu sehen.

Neue schall- und energiegedämmte Fenster, ein neuer Raumzuschnitt der der alten Bürgervilla entgegenkommt, abgeschliffenes Parkett, ein isoliertes Dach ein schallgeschützter Trommelraum, neue Sanitäranlagen: Das Haus der Musikschule hat sich erheblich verändert. Im barrierefreien Erdgeschoss werden zwei Räume frei zugänglich für Besucher sein, die sich so über das Geburtshaus von Jenny von Westphalen, der späteren Ehefrau von Karl Marx informieren können. Eine besondere Wandgestaltung wird das Thema aufgreifen.

Einen kleinen Missklang gibt es bei dem Vorhaben dennoch: Es wird 190 000 Euro teurer als die ursprünglich geplanten 1,37 Millionen Euro, von denen 87,5 Prozent aus dem Konjunkturpaket II gefördert werden. Ausschusschef Norbert Hundt (SPD) ist sich aber sicher: "Das ist gut angelegtes Geld."