Dahrendorf (ap). Der Gemeinderat Dähre will die Dorfgemeinschaftshäuser Schmö- lau und Kortenbeck verkaufen. Diese sollen einen Verkaufserlös von 104 400 Euro in die Kasse spülen. Das beschlossen die Ratsleute mit sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen am Freitagabend während der Sitzung in Dahrendorf.

Der sogenannte Beitrittsbeschluss für den Haushalt 2011 machte sich erforderlich, weil die Kommunalaufsicht die Aufnahme von einem Kredit in Höhe von 120 000 Euro versagt hatte, erklärte Bürgermeister Harald Heuer. Auch der Antrag, einen Teil der Investitionshilfe für den Ausgleich des Verwaltungshaushaltes verwenden zu dürfen, sei nicht genehmigt worden.

"Die Kommunalaufsicht hat uns aufgefordert, zu überprüfen, wie wir die Pflichtaufgaben wirtschaftlicher finanzieren können. Zudem müssen wir für das nächste Jahr ein Konsolidierungskonzept aufstellen", sagte er. Als weitere Möglichkeit gäbe es "STARK II", das Entschuldungsprogramm des Landes, das jedoch an riesige Auflagen gebunden sei.

Derzeit beträgt der Schuldenstand der Gemeinde Dähre gut 1,4 Millionen Euro. Dieser sei auch auf einen Kredit zurückzuführen, der für das Erschließung des Baugebietes in Dähre aufgenommen worden sei, erklärte Harald Heuer. Bislang seien nur drei Grundstücke bebaut. Dennoch solle ein Teilstück der Straße gebaut werden, die derzeit noch Baustellen-Zufahrtsniveau habe. Die Kosten würden etwa auf 120 000 Euro geschätzt.

Um dies realisieren zu können, kamen die Ratsleute nicht umhin, den Beschluss über den Verkauf der beiden Dorfgemeinschaftshäuser zu fassen. "Dazu sind wir gezwungen, um das Geld aufzutreiben. Wir müssen es zumindest versuchen", meinte der Bürgermeister. Ratsherr Michael Olms mutmaßte, dass dies nur das Vorspiel sei. Das Eingemachte komme noch. Solange die Kredite auch für das Waldbad weiterliefen und getilgt werden müssten, sei die Gemeinde nur schwer lebensfähig. "Das Geld, was wir vom Land kriegen, ist geringer als das, was wir als Kreisumlage zahlen müssen", fügte er hinzu. Wenn dies nicht wäre, könnte die Gemeinde die gut 100 000 Euro selbst aufbringen, meinte Harald Heuer. Ratsherr Otthard Schulz verwies darauf, die Straße bauen zu lassen, um vernünftige Bedingungen zum Wohnen zu schaffen. "Damit noch mehr junge Leute hier bauen und hier bleiben", meinte er.