100 Naturverbundene aus Diesdorf und Umgebung kamen am Sonntag in den Wohld: Sie freuten sich auf einen gemütlichen Waldspaziergang in der aufblühenden Natur und waren neugierig auf den Baum des Jahres 2011.

Diesdorf. RevierförsterinBarbara Fischer und Ilona Henke, stellvertretende Forstamtsleiterin des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, informierten zu Beginn der Wanderung über die seltene Elsbeere, die vorwiegend in südlicheren Regionen wächst. Noch am Treffpunkt überraschte Roland Fischer die Zuhörer und zeigte auf einen Baum am Waldrand. "Und hier sehen Sie eine Elsbeere!" Der Baum gehört genau wie der 1993 gepflanzte Speierling zu der Gattung der Mehlbeeren. Da die Bäume zur Pflanzzeit im April noch kein Laub tragen, wurde versehentlich eine Mehlbeere gepflanzt. Als diese dann Blätter trug, wurde das Malheur erkannt und die Elsbeere umgepflanzt. Sie war bis Sonntag das einzige Exemplar in unserer Region.

Ilona Henke berichtete über das internationale Jahr der Wälder mit dem Motto "Entdecken sie unser Waldkulturerbe". Auf dem Rundkurs durch den Wohld, vorbei an grünenden Lärchen und den aufbrechenden Knospen der Rotbuchen, unter denen Buschwindröschen blühen und Waldmeister seinen köstlichen Duft verbreitet, erfuhren die Wanderer viel über die Geschichte dieses Waldes. "Eine geregelte Forstwirtschaft gibt es seit ungefähr 1760. Waldweide und Streunutzung wurden verboten, ebenso der Einschlag von Nutzholz. Sogenannte Kampe zur Anzucht von Pflanzgut wurden geschaffen", erzählte Barbara Fischer und zeigte auf einen 150 Jahre alten Eichenbestand, der auf einer alten Kamp-Fläche gewachsen ist. Gezeigt wurden auch die Auswirkungen des Eis- und Schneebruchs an einem 41 jährigen Kiefernbestand. Besonders wichtig ist es für die Waldbesitzer diese Flächen aufzuarbeiten, damit sich Schadinsekten nicht vermehren können. In diesem Zusammenhang wies die Expertin darauf hin, dass Waldwege dringend zu beräumen und für die Feuerwehrfahrzeuge freizuhalten sind. Zum Abschluss der Exkursion bestaunten alle das rötliche Holz einer 130 Jahre alten Lärche. Mit 21 Meter Länge und einem Durchmesser von 45 Zentimetern gehört der gefällte Baum schon zu den Ausnahmen.

Angekommen bei der Allee der Bäume des Jahres wurde das Geheimnis der diesjährigen Pflanzer gelüftet. Bevor Brigitte Lenz und Günter Brennenstuhl vom Naturschutz-Kreisverband Altmark West zu Spaten und Gießkanne griffen, informierten sie über einige Besonderheiten des seltenen Baumes, der eine Höhe von 25 Metern erreichen kann und kleine rötlich-braune Früchte trägt. Die Sage über die schöne Else, wie sie von ihren Bewunderern auch genannt wird, erzählte Brigitte Lenz. Sie trug auch ein selbstgeschriebenes Gedicht vor, in welchem sie die bei uns unbekannte Elsbeere in der Altmark begrüßte und dann zusammen mit Günter Brennenstuhl als 23. Baum in die Allee einpflanzte. Danach spendierten sie zum guten Anwachsen für alle leckere Schnapspralinen. Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und kühle Getränke rundeten den gelungenen Tag ab und luden noch zum Verweilen ein.