Das Kinderparadies an der Warthe wird demnächst um eine Attraktion reicher. Zwischen Märchenpark und Tankstelle soll eine Spielscheune errichtet werden. Dafür ist ein Stück des Duftgarten-Geländes abgeknapst worden. Vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen, die Baugenehmigung wird in den nächsten Tagen erwartet. Noch in diesem Jahr soll das Haus öffnen.

Salzwedel. Die Gedanken von Märchenpark-Leiterin Cornelia Wiechmann drehen sich momentan nur um eins - die neue Spielscheune. Und das sogar nachts. Für die Prokuristin der Jeetze-Landschaftssanierung - die GmbH ist Träger des Vorhabens - ist das aber nicht nur Stress, sondern vor allem ganz viel Vorfreude. "Ich denke, die Spielscheune wird ein Highlight für Salzwedel, auch im Winter", frohlockt sie.

Die Vorbereitungen für das Erlebnishaus laufen bereits auf Hochtouren. Sichtbar vor Ort nur auf der Fläche, die für den Aufbau der Scheune geebnet worden ist. Ein kleiner Teil des Duftgartens wurde dafür geopfert. Dieser dürfte für Spaziergänge aber immer noch groß genug sein, ist Cornelia Wiechmann überzeugt. Ein Standort innerhalb des Märchenparks sei aus zweierlei Gründen nicht in Frage gekommen: Zum einen gebe es keinen freien Platz mehr, zum anderen hätten Besucher sonst zweimal Eintritt zahlen müssen - für Märchenpark und für Spielscheune.

Gebäudehülle wird im Wendland abgetragen

Die Spielscheune wird übrigens nicht komplett neu gebaut. Die Gebäudehülle existiert bereits im wendlän- dischen Simander. Mitarbeiter der Jeetze-Landschaftssanierung trugen das 24 Meter lange, 13 Meter breite und 11 Meter hohe Fachwerkhaus, das der Eigentümer kostenlos zur Verfügung steht, Stück für Stück ab, um es an der Warthe wieder aufzubauen. Bevor dies geschehen kann, muss aber die Baugenehmigung eintreffen. Cornelia Wiechmann rechnet damit in den nächsten ein, zwei Wochen. Ebenso spätestens im Mai sollten die beantragten Fördermittel für das insgesamt wahrscheinlich etwa 400 000 Euro kostende Leader-plus-Projekt bewilligt sein. 78 000 Euro sollen aus dem Europäischen Strukturfonds fließen.

Liegen Baugenehmigung und Fördermittelbescheid vor, kann der Bau starten. Denn der Entwurf des Gebäudes liegt vor. In der Fachwerkscheune sollen unter dem Motto "Elfen, Gnome, Wichte" die Kinder nach Herzenslust toben, springen und klettern können. Drei Rutschen, ein Krabbelparcours, eine Kletterwand und die bei Kindern sehr beliebte Seilbahn sollen in den Indoor-Spielplatz integriert werden. Die Märchenpark-Leiterin sichtet derzeit die Angebote verschiedener Spielgerätehersteller.

Die Scheune soll zudem Anbauten erhalten. Im nördlichen Teil wird eine Hüpfburg ihren Platz finden, im linken Teil Zimmer für eine Modelleisenbahn und einen Kaufladen. Außerdem soll ein kleines Café eingerichtet werden, in dem es sich die Eltern gemütlich machen können, während ihre Sprösslinge auf Entdeckungstour in der Spielscheune gehen, so die Überlegungen.

Eintrittsgeld soll bei fünf Euro liegen

Cornelia Wiechmann hofft, dass das Haus vor der nächsten Wintersaison eingeweiht werden kann. Es soll unabhängig vom Märchenpark ganzjährig öffnen und dürfte insbesondere in der kalten Jahreszeit ein Anlaufpunkt für Familien sein. Es soll ein Eintrittsgeld pro Kind von 5 Euro und pro Erwachsenem von 2,50 Euro erhoben werden. Dies sei gegenüber vergleichbaren Kinderattraktionen in anderen Städten angemessen, sagt die Prokuristin. Denn schließlich müssten die Anschaffung, die Unterhaltung und das Personal finanziert werden. Mit der Zwangseingemeindung von Steinitz ist der in den vergangenen Jahren größte Geldgeber der Jeetze-Landschaftssanierung weggefallen.