Das Ensemble des Theaters der Altmark gastierte mit "Anatevka" im Salzwedeler Kulturhaus. Das Publikum fühlte sich gut unterhalten.

Salzwedel. "Wenn ich einmal reich wär", das ist der Wunschtraum eines jeden Menschen zu jeder Zeit. Um dann darauf seine bis dato unerfüllten Wünsche in die Realität umsetzen zu können. Dieses erträumte sich auch der arme Milchmann Tevje in dem kleinen ukrainischen Dörfchen Anatevka. Laut singend tat er es am Freitag gegenüber dem Publikum im nahezu ausverkauften Kulturhaus kund. Die Veranstaltung sprengte sprichwörtlich den Rahmen des Spielortes. Die Bühne wurde verlängert, um den zahlreichen Akteuren genügend Platz zu bieten und die Schauspieler in übereinander gesetzte Kästen platziert, aus denen sie bei Bedarf heraustraten. Das Bühnenbild (Christopher Melching) gefiel in seiner Gestaltung, wurde doch mit diesem Setzkastenprinzip Platz für die Bürger eines ganzen Städtchens geboten. Die tragikomische Geschichte von dem tradi- tionsbewussten Tevje (Manfred Ohnoutka), seinen fünf Töchtern und Ehefrau Golde (Tabea Scholz) versetzte das Publikum in das Jahr 1905 des vorrevolutionären Russlands. Das Dörfchen Anatevka ist überwiegend von jüdischen Menschen bewohnt. Diese müssen sich zurechtfinden zwischen Tradition und der Willkür durch die Staatsgewalt. Der strenggläubige Tevje, stets von Zweifeln geplagt, versucht, den richtigen Weg durch Gespräche mit seinem Gott zu finden. Er ist im Herzen ein guter Mann und will für seine Töchter nur das Beste, aber doch ist er auch der Tradition verpflichtet. Mit List, Witz und Charme gelingt es ihm, den Mittelweg zu finden und seine älteste Tochter Zeitel (Anne Noack) mit ihrem Herzallerliebsten, dem Schneider Hodel (Ico Benayga), zusammenzuführen. Jiddischer Humor brachte das Publikum immer wieder zum Schmunzeln und zum herzhaften Lachen. Es ist ein lebensfrohes Stück, mit viel Tanz und Gesang, wenn auch die Geschichte traurig endet. Das berühmte Sahnehäubchen stellte bei dieser Inszenierung das Klezmerorchester unter Leitung von Gero Wiest dar. Still verharrte das Publikum, wenn des Fiedlers Geige auf dem Dach erklang, mal heiter und voller Lebensfreude und dann wieder herzzerreißend traurig.

Sie spielte, wie das Leben ist - ein Auf und Ab der Gefühle.

Das Publikum dankte für die äußerst gelungene Inszenierung mit herzlichem Beifall.

Bilder