Seit gestern trägt die Klosterkirche Sankt Marien zu Arendsee das Signet als Radwegekirche. Es ist äußeres Zeichen für das Willkommensein von Radlern, aber auch von Pilgern und anderen Gästen aus nah und fern. Während des Gottesdienstes riefen Pfarrer Dr. Eberhard Bürger und Johan Albrecht Müller, Geschäftsführer des Fördervereins Kloster, zur Unterschriftensammlung für einen verbindenden Radweg an der B 190n auf.

Arendsee. Mit dem Titel Radwegekirche zeichnete die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands gestern die Klosterkirche Sankt Marien zu Arendsee aus. Damit werden die verlässlichen Öffnungszeiten des 827 Jahre alten Gotteshauses von montags bis sonntags, das Vorhandensein ausreichender Fahrradständer, Toiletten, sauberes Umfeld sowie kirchliche und kulturelle Veranstaltungsangebote gewürdigt. Nach einem bewegenden Gottesdienst befestigten Johan Albrecht Müller und der ehemalige Fördervereinsvorsitzende Ulrich Taatz das Signet - eine kleine quadratische Plakette mit einem Radfahrerlogo in Schwarz auf grünem Untergrund - an der Mauer direkt neben dem Eingangsportal.

"Ich freue mich sehr, dass an der altehrwürdigen Kirche so etwas Fortschrittliches wie die Radwegekirche prangt", betonte Johan Albrecht Müller. Das knüpfe auch an alte Tradition an und verbinde sich mit dem Anliegen des Fördervereins, nämlich das Kloster mit Leben zu erfüllen. "Zu den jährlichen 10 000 Besuchern können nun noch mehr emp-fangen werden", so Müller. Sie alle können an Veranstaltungen wie Kunsthandwerkermarkt, Sommertheater, Konzert, Lesungen und Ausstel- lungen teilnehmen.

"Ein wichtiger Radweg führt hier an der Straße der Romanik entlang - der Altmarkrundkurs", erklärte Rosemarie Landorff vom Gemeindekirchenrat. Sie hoffe, dass auch bald weiterführende Radwege nach Seehausen und Salzwedel gebaut werden.

Gemeinsam mit Johan Albrecht Müller und Pfarrer Dr. Eberhard Bürger rief sie dazu auf, sich an der Unterschriftensammlung zu beteiligen, in der ein begleitender Radweg beim Bau der Bundesstraße 190n gefordert wird.

"Hiermit eröffnen wir auch zugleich unsere neue Klostersaison", hatte zuvor Pfarrer Eberhard Bürger eingangs des festlichen Gottesdienstes verkündet. Er erinnerte an die Apostelgeschichte, in der das Christsein als Auf-dem-Weg-Sein beschrieben werde. Neue Wege zu beschreiten heiße auch, auf eine wunderbare Art zu sich selbst und zur Wahrheit zu finden. Biblische Persönlichkeiten und Philosophen wie Moses, Abraham, Nietzsche oder Buddha hätten ihre Botschaften im Gehen entwickelt. Heute sei Pilgern wieder reizvoll geworden, ob zu Fuß oder mit dem Rad, so Bürger. "Durch körperliche Bewegung kommt auch das Innere in Bewegung", sagte er. Die Klosterkirche sei offen für Radler, Pilger, aber auch Motorrad-, Auto- oder Busfahrer. "Nur Flugzeuge können hier nicht landen."