Resolutionen, öffentliche Debatten, Ankündigungen: Die Altmark-Konferenz, die heute vor einem Jahr in Gardelegen auf Einladung der Landesregierung stattfand, löste im Vorfeld ein politisches Feuerwerk aus. Doch was hat die Konferenz gebracht? Altmärkische Politiker geben unterschiedliche Wertungen ab.

Stendal/Salzwedel. Die Altmark ist abgehängt, wenig beachtet und hat keine Lobby in Magdeburg: Anfang 2010 herrschte durchaus gereizte politische Stimmung in der Region. Die Kreise und Kommunen erhielten nach der Novelle des Finanzausgleichsgesetzes spürbar weniger Landeszuweisungen, die Gemeindegebietsreform sorgte für böses Blut. Und dann das: Die Justizvollzugsanstalt in Stendal mit ihren rund 45 Mitarbeitern soll geschlossen werden. Diese Ankündigung aus der Landeshauptstadt war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Der Stendaler Landtagsabgeordnete Ralf Bergmann (SPD) forderte in der Volksstimme eine Altmark-Konferenz. Sie soll aufzeigen, wie das Land zur Region steht. Bürgermeister der altmärkischen Städte und die beiden Landräte Michael Ziche (CDU) und Jörg Hellmuth (CDU) verfassten im Vorfeld eine dreiseitige Resolution, einen Forderungskatalog. Einen solchen stellten auch die vier CDU-Landtagsabgeordneten der Altmark und die Linke in Stendal auf. Und auch die Wirtschaft meldete sich zu Wort. Die Themenpalette reichte von der Finanzausstattung der Kreise und Kommunen, über den Ausbau der B 71 bis zur Forderung, Stendal als Oberzentrum einzustufen. Die Erwartungshaltung war durchaus hoch.

Doch es kam anders. Die Altmark-Konferenz, die am 3. Mai mit rund 300 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur in Gardelegen stattfand, mutierte zu einer von mehreren Regionalkonferenz in Sachsen-Anhalt und stand unter der Überschrift "Finanzpolitischer Dialog". Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) und Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) führten ihn mit den Altmärkern. "Wir haben ein dickes Fell", sagte Bullerjahn. Für die Region sprach Landrat Ziche - zehn Minuten Redezeit sah das Protokoll vor.

Die Ergebnisse: Im Herbst 2010 wollte die Landesregierung ein Leitbild für die Altmark vorlegen. Der Hochschulstandort in Stendal soll ein Kompetenzzentrum für frühkindliche Bildung werden und obendrein bis 2012 einen Bahnhaltepunkt bekomme. Die Problematik B 71 soll ebenso wie die schlechtere Finanzausstattung der altmärkischen Kommunen auf die landespolitische Tagesordnung gesetzt werden. Der Dialog zwischen Land und Region werde fortgesetzt, was in der Tat unter anderem im Herbst 2010 in Form eines Workshops in Stendal erfolgte.