Die Arbeiten an der Salzwedeler Katharinenkirche gehen voran. Voraussichtlich zum Wochenende soll die Gründung fertig sein. Dann geht es an die Risssanierung. Die Kosten für die sogenannte Wiedernutzbarmachung werden derzeit ermittelt. Rainer Wellkisch, Baupfleger im Kreiskirchenamt, schätzt, dass sie vermutlich im sechsstelligen Bereich liegen werden.

Salzwedel. "Meine Lieblingskirche. Unser schützendes Dach von 1989." Das betonte Sabine Danicke - einst mit unter den Aktivisten im Kampf um Transparenz und Pressefreiheit, nun Salzwedels Oberbürgermeisterin - während ihres gestrigen turnusgemäßen Stadtrundgangs. Der Spaziergang von Verwaltungsleuten und Medienvertretern führte zur Katharinenkirche, deren Westvorbau derzeit gesichert wird (wir berichteten).

Davon künden seit Wochen Stahlträger und Baumaschinen. Allein die Kosten für Gründung und Risssanierung belaufen sich auf 630 000 Euro. Davon kommen 150 000 Euro von der Hansestadt Salzwedel - aus dem städtebaulichen Denkmalschutz, berichtete Bauamtsmitarbeiterin Ines Kahrens. Weitere Geldgeber sind unter anderem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (80 000 Euro) und das Land (131 000 Euro), informierte Rainer Wellkisch, Baupfleger im Kreiskirchenamt. Allein die Katharinengemeinde habe 20 000 Euro an Spenden zusammengetragen. Die restlichen Mittel kommen von der Landeskirche und dem Kirchenkreis, so Rainer Wellkisch.

"In zwei bis drei Tagen sind wir fertig mit der Gründung. Dann geht es an die Risssanierung", erklärte Architekt Jan Bodenstein. Buchstäblich alles sei in Bewegung gewesen. "Wir mussten genau jetzt reagieren", so der Bauexperte weiter. Er sprach gestern von einer ähnlich schwierigen Sicherung wie beim Schiefen Turm von Pisa. Aufgrund des nicht tragfähigen Grunds müsse man das Bauwerk konsolidieren. Das geschieht äußerst behutsam. Sogar die Glocken schweigen während der Bauphase. Ebenfalls aus der Westhalle geborgen wurden die Leichname aus den Bürgermeister-Grüften. Sie sollen dort nach Ende der Arbeiten wieder ewige Ruhe finden.

Wann der nächste Bauabschnitt - die Wiedernutzbarmachung - beginnen kann, hängt entscheidend von den bereitstehenden Geldern ab. Die Kosten sollen bis Ende Mai ermittelt sein, damit erneut Förderanträge vorbereitet und gestellt werden können. "Sechsstellig wird es werden", schätzte Baupfleger Wellkisch ein. Einige Risse seien verschwunden, andere Schäden hinzugekommen, ergänzte Jan Bodenstein. Wie sich die Senkung der Westwand auf das Dach ausgewirkt hat, sei noch nicht abzuschätzen.

Claudia Meier vom Pfarrbüro der Katharinengemeinde bedauerte es, dass die Abiturentlassungen der Jahngymnasiasten aufgrund der gesperrten Eingangshalle nicht im Gotteshaus gefeiert werden können. Das Gemeindeleben gehe dennoch weiter. Stadtführer würden Besuchern ganz bewusst den Westvorbau zeigen.

So werden auch ohne Glockenklang Gottesdienste abgehalten. Liedermacher Gerhard Schöne gibt ein Konzert. Und für den 14. Mai ist eine Ökumenische Andacht geplant, sagte Claudia Meier. Die Kirchengemeinde sei nach wie vor für Spenden - große wie kleine - für die Bauarbeiten dankbar.

Interessenten können ihre Überweisungen tätigen an: Kreiskirchenamt Salzwedel, Sparkasse Altmark West, Stichwort: Westvorbau Katharinen, Kontonummer 30 00 00 45 12, Bankleitzahl 81 05 55 55.

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