Die Atmosphäre auf dem Spielplatz des "Feuerwehrkindergartens" ist ungefähr so: Freudiges Kindergekreische, Lachen, Glucksen, Herumgerenne, tobende Knirpse auf den Klettergerüsten. Na klar, manchmal heult auch einer. Aber ganz ehrlich: hier überwiegen die Glücksmomente - und das seit 100 Jahren ...

Salzwedel. Für die Integrative Kindertagesstätte (Kita) "Am Feuerwehrplatz", wie die Einrichtung offiziell heißt, steht ein Super-Jubiläum vor der Tür. Seit 100 Jahren werden in dem roten Backsteingebäude neben der alten Feuerwehr Kinder betreut. Damals haben Eltern ihre Jungen und Mädchen noch in die sogenannte "Kleinkinderbewahrungsanstalt" geschickt. Seit dem 17. Mai 1911 befindet sich diese in der Großen-St.-Ilsen-Straße.

In den Anfangsjahren zahlten die Eltern sechs Pfennige pro Woche, diese waren im Voraus zu entrichten. Frühstück und Vesper galt es selbst mitzubringen - so besagt es die Chronik der Kita. Aber seitdem hat sich im Feuerwehrkindergarten natürlich einiges geändert. Und das wird vom 23. bis 27. Mai mit einer liebevoll geplanten Festwoche gefeiert. Die Jubiläumswoche ist vollgepackt mit großen und kleinen Überraschungen für Eltern, Kinder, zukünftige, aber auch ehemalige Kita-Knirpse. Am Dienstag, 24. Mai, sind alle ehemaligen Kindergartenkinder, Mitarbeiter, interessierte Eltern und auch sonst Jedermann zum Tag der offenen Tür geladen. "Es kann geklönt, gespielt und geschaut werden, was wir hier zu bieten haben", sagt Birgit Einenkel, Leiterin der Kita. Seit 1982 arbeitet sie schon dort. Wie lange sie die Leitung schon inne hat? Daran kann sie sich gar nicht mehr genau erinnern. "Viele Jahre", sagt sie mit einem Schmunzeln.

Aber darauf kommt es auch nicht an. Sondern vielmehr auf die Qualität der Betreuung. 45 Jungen und Mädchen ab drei Jahren werden zur Zeit von fünf Erzieherinnen, einem Ergotherapeuten (dem berühmten Hahn im Korb) und einer Heilerziehungspflegerin versorgt, erzogen und bespaßt. Auf vier Etagen lernen die Kinder, was Gemeinsamkeit bedeutet, denn hier spielen auch 15 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf mit. Deswegen ja auch Integrative Kindertagesstätte. Bei den vielen Ruhe- und Kuschelecken, Spielräumen, der kleinen Werkstatt, der hauseigenen Kindersauna und dem ausgebauten Spielplatz dürften im Prinzip auch keine Wünsche offen bleiben. Und falls das doch mal der Fall ist, haben die Erzieherinnen natürlich ein offenes Ohr. Für jedes der stolzen Feuerwehrkindergartenkinder.