Knapp 17 000 Liter Milch werden täglich in der Milch-viehanlage Wöpel der Agargesellschaft mbH Siedenlangenbeck produziert. Die zwölf Drittklässler aus der Kuhfelder Grundschule sahen sich dort mit ihren Lehrerinnen Heike Köhler und Sigrun Förster gestern um. Zudem besichtigten sie die neue Biogasanlage.

Wöpel. Bevor es zu den Tieren ging, wurden die Geruchsnerven getestet. Denn der erste Weg führte ins Silo. "Wir müssen das Gras und den Mais als Silage konservieren, damit wir auch Winterfutter haben", erklärte Christian Schmidt, Geschäftsführer der Agrargesellschaft. Denn es sei nicht möglich, die etwa 700 Kühe und die gut 150 Jungrinder, die derzeit hier leben, auf die Weide zu treiben. "Deshalb bringen wir das Futter zu den Tieren", sagte er. Manch ein Mädchen hielt sich die Nase zu, als es säuerlich müffelte. Derzeit würde frisches Gras nahe Hohenlangenbeck und Püggen geerntet. "Das brauchen wir für die zweite Jahreshälfte", sagte Christian Schmidt. Aber auch Futterfett, Raps-, Getreide- und Sojaschrot, Heu, Zuckerrübenschnitzel und Kalk würden der Futtermischung beigemengt. Zwölfmal am Tag gebe es frische Häppchen für die Kühe. "Frisch schmeckt es am besten", erklärte der Landwirt schmunzelnd.

Danach erkundeten die Drittklässler die noch im Bau befindliche Biogasanlage. "Die Gülle hatten wir vorher auch schon, nur dass wir aus ihr sowie anderen Biostoffen Strom erzeugen, bevor wir die Reste auf den Acker bringen", erklärte der Landwirt. Die erzeugte Energie werde ins öffentliche Netz eingespeist.

Nach dem Besuch des neu gebauten Kälberstalls, bei dem die Kinder auch in ein Iglu schlüpfen durften, ging es zu den Tieren. Erst zu den Kälbern, danach zu den Kühen. Ein ausgewachsenes Tier wiege um die 700 Kilogramm. Die besten Kühe würden 50 Liter Milch pro Tag geben, wissen die Drittklässler. Das Melken erfolge per Karussell. Zeitgleich würden 32 Kühe Platz haben. Zwei Melkerinnen seien damit beschäftigt, ab 4 und ab 16 Uhr die "Milch abzuzapfen". Es dauere vier Stunden, bis alle Kühe gemolken worden seien.

Die Milch wird in Bad Bibra verarbeitet, sagte Christian Schmidt. Wie sie anschließend schmeckt, konnten die Kinder kosten: als Joghurt und als Kakaomilch.

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