Auch das 91-Seelen-Dörfchen Tylsen hat sich für den Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" beworben. Während eines spannenden Rundgangs hat die Tylsener Dorfgemeinschaft gezeigt, welches Poten-zial in ihrer Heimat steckt.

Tylsen. Warum ausgerechnet Tylsen beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewinnen soll? Ortsbürgermeisterin Sabine Blümel hat auf diese Frage schnell eine lange Liste guter Gründe parat: Die einmalige Lage zwischen Wiesen und Wäldern, die hohe Konzentration von alten historischen Bauten, die 1055 Jahre alte Geschichte des Dorfes, die Brauchtumspflege, der Zusammenhalt der Gemeinde und und und...

Doch die Fakten allein reichen noch lange nicht aus, um die 16-köpfige Bewertungskommission zu überzeugen. Gestern waren die Mitglieder zu Besuch in Tylsen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Bei strahlendem Sonnenschein zeigte Sabine Blümel die Sehenswürdigkeiten des Dorfes. Begleitet von Vera Wibbeke, der Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins Tylsen, und weiteren Anwohnern kamen die Gäste in den Genuss eines spannenden Rundgangs. Am Ortseingang, am Grünlandbetrieb "Der kleine Hof" erklärt Evelyn Allhoff-Menke, was das Dorf so lebenswert macht: "Traditionen liegen uns am Herzen. Wir wollen sie erhalten und an die Jugend weitergeben, damit nichts verloren geht." Das ist auch der Grundsatz ihres mit weiteren Dorfbewohnern gegründeten Vereins Lebensraum Land.

Weiter geht es vorbei am Feuerwehrhaus, dem Festplatz, Bolzplatz, dem Dorfkrug und der alten Schmiede. Mit hausgemachtem Eierlikör konnte sich die Kommission hier stärken. Wer beim Dorfrundgang natürlich nicht fehlen durfte, war Dimitar Jabs mit seinem Dudelsack, der auch sonst auf allen dörflichen Veranstaltungen wie Bauernmarkt, Maifeuer und Dorffest mit dabei ist.

Das schien zu beeindrucken, denn den Mitgliedern der Kommission war vor allem eines wichtig: Wie groß ist das Engagement der Dorfbewohner? "Warum will man hier in Tylsen bleiben, wie bringen die Menschen Leben in ihr Dorf?", wollte Dr. Wilfried Schröder wissen. Das muss man die emsigen Tylsener eigentlich gar nicht fragen, es genügt zu schauen, wo gewerkelt und gehämmert wird. Der Heimat- und Kulturverein beispielsweise ist gerade dabei, den alten Kuhstall in einen Kulturstall umzubauen, damit hier auch in Zukunft mehr Veranstaltungen stattfinden können. "Wir denken auch über ein Sonntagscafé für die vielen Radfahrer nach, die hier Halt machen", bemerkte Vera Wibbeke. Um das zu stemmen, packen die Tylsener freiwillig mit an. Auch das Storchenkabinett auf dem Turm der alten Dorfkirche begeistert viele Ausflügler, die mit ihrem Rad auf dem Altmarkrundkurs Halt am Radrastpunkt Tylsen machen.

Zum Schluss führte Ortsbürgermeisterin Sabine Blümel noch durch den ehemaligen Schlosspark, vorbei an der malerischen Kulisse der alten Schlossruine. Einfach schön, wie auch der stellvertretende Kommissionsleiter Dieter Kraus befand: "Tylsen hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Das Dorf hat viel vorzuzeigen, es herrscht ein gewachsenes Dorfleben, das wir positiv wahrgenommen haben."

   

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