Die doppelte Anzahl an Fahrern und Gästen, keine schweren Unfälle entlang der Rennstrecke - der Hansestädter Peter Rechenberg vom "Radsport 09" strahlte am Sonnabendnachmittag übers ganze Gesicht. Sein Fazit: "Die Kleine Friedensfahrt ist in der Neuzeit angekommen."

Salzwedel. DDR-Radsportlegende Täve Schur stieg am Sonnabend mit Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke aufs Tandem und eröffnete mit einer Ehrenrunde über den Parcours der Hansestadt die Kleine Friedensfahrt. "Radrennfahrer, ihr seht gut aus, euch gehört die Zukunft!", grüßte der Magdeburger die Sportler. "Wir werden die Straßen erobern. Die Autofahrer haben heute auf uns Rücksicht zu nehmen." Sprach\'s und trat in die Pedalen...

Auch die Ex-Friedensfahrer Axel Peschel und Wolfgang Wesemann genossen sichtlich ihren Aufenthalt in Salzwedel, ebenso die kleinen und großen Akteure der zweiten Wiederauflage der legendären Kleinen Friedensfahrt in Salzwedel. Kurzum: Alles passte.

Werbegemeinschaftsvorsitzender Jost Fischer moderierte mit Sonnenbrille im adretten Sportdress. AOK-Mitarbeiter um Gabriele Voigt-Alberts sicherten den Ergebnisdienst ab. Für den reibungslosen Ablauf sorgten unzählige Streckenposten, die an den Nadelöhren den einen oder anderen übereifrigen Rennfahrer auch mal einbremsten. "Das Ambiente ist sehr gut, der Stadtkurs anspruchsvoll", meinte der aus Klietz angereiste Radrennsportler Herbert Müller. Bekannte hatten ihn auf das Event angesprochen - und neugierig gemacht. Das einzige Manko sei die Rundenzählung beim Jedermannrennen gewesen. Es führte 15 Mal über den Rundkurs Breite-, Mittel- und Steintorstraße, Nord- und Südbockhorn, Neuperver- und Breite Straße. Herbert Müller hat\'s gefallen. Er will im kommenden Jahr wiederkommen.

Peter Rechenberg (Radsport 09) war zufrieden: die doppelte Anzahl Fahrer, die doppelte Anzahl Gäste als im Vorjahr. Wermutstropfen: mehr Kinder aus dem grenznahen Bereich als aus den Schulen der Einheitsgemeinde und der Nachbarschaft. Die Kleine Friedensfahrt sei in der Neuzeit angekommen, meinte Peter Rechenberg.

Insgesamt 82 Kinder und Jugendliche traten in den verschiedenen Altersklassen in die Pedalen. Im Einzelnen: 60 Jungen und 22 Mädchen. Lustig anzusehen war das erstmals veranstaltete Bobbycarrennen, das Tobias Hartwig souverän für sich entscheiden konnte. Die Bobbycarpiloten durften als Erste im Cabriolet eines Salzwedeler Autohauses Platz nehmen. Urkunden, Pokale, Medaillen, Blumen und kleine und große Präsente wurden den Siegern übergeben.

49 Teilnehmer hatten sich bis Mittag zum Jedermannrennen angemeldet, so Gabriele Voigt-Alberts. Darunter waren 9 Frauen und 40 Männer, etwa die Triathlonfüchse Osterburg sowie Angehörige von Felt-Bikemaster Uelzen/Bad Bevensen und das Triathlon Team Ferchland.

Lediglich Schürfwunden sowie Radsportler mit Kreislaufproblemen hatten die Angehörigen des Salzwedeler DRK-Sanitätszuges zu versorgen, so Leiter Klaus Gabriel. Acht Rotkreuzler und ein Notarzt waren an der Strecke, um notfalls eingreifen zu können.

   

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