Salzwedel (ta). Linken-Stadtrat Norbert Berlin betrachtet die geplante Biogasanlage auf dem Salzwedeler Chemie-werksareal mit großer Skepsis. Aus seiner Sicht liege "der Nutzen eindeutig beim Investor", schrieb er in einer Pressemitteilung. Mindestens 700 Hektar mehr Maisanbau um Salzwedel und damit verbunden negative Auswirkungen auf Nahrungsmittelproduktion, Grundwasser, Bienen und Wildschweinbestand, ein enormer Anstieg von schweren Transporten durch ein Wohngebiet sowie Geruchs- und Lärmbelästigungen stünden dem gegenüber.

Norbert Berlin stellt die Frage, ob wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind, die Altlasten des Chemiewerks auf eine andere Art und Weise zu beseitigen. Er hegt Zweifel daran, dass durch biologische Vorgänge die Giftstoffe in dem abzutragenden Erdreich, das etwa 500 Meter weiter auf versiegeltem Untergrund gelagert werden soll, tatsächlich abgebaut werden.

Sein Lösungsvorschlag für die betroffene Fläche ist eine Photovoltaikanlage. Laut Wolfgang Gries, einer der Investoren, sei diese zwar möglich, aber nicht ohne Biogasanlage. Diesbezügliche frühere Vorstöße seien gescheitert, weil das Land für die Altlastensanierung kein Geld bereit stellte.