"Ich bau mir die Welt, wie sie mir gefällt", singt Astrid Lindgrens Kinderbuch-Figur Pippi Langstrumpf in ihrer bekanntesten Liedzeile. Für die 47 Schüler der Salzwedeler Schule unterm Regenbogen wird dieser Traum derzeit ein Stück weit Realität. Denn in dieser Woche haben die 7- bis 20-Jährigen mit ihren Lehrern begonnen, den Schulhof an der Amtsstraße nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Salzwedel. "Mit allen Sinnen" heißt das diesjährige Schuljahresmotto an der Geistigbehindertenschule unterm Regenbogen. Diese Sinne erleben und leben die Kinder und Jugendlichen momentan auf dem Schulhof, den sie nach ihren Vorstellungen gestalten.

Am Vorhaben wird seit anderthalb Jahren gefeilt

Seit anderthalb Jahren hat eine aus dem Lehrerkollegium gebildete Arbeitsgruppe an diesem Projekt gefeilt, erzählte gestern Dörte Rieck. "Wir haben uns sachte herangetastet und die Vorhaben mit dem TÜV abgestimmt", sagte die Lehrerin. Ganz ohne finanzielle Mittel lässt sich solch ein Vorhaben natürlich nicht finanzieren. Der beim Land gestellte Förderantrag ist jüngst positiv beschieden worden. Mehr als 3000 Euro können in die Hofgestaltung fließen. Den 15-prozentigen Eigenanteil kann die Schule dank Spenden und der Erlöse aus dem Adventsbasar aufbringen. Das Material für den geplanten Fußtastpfad - hier können die Schüler barfuß verschiedene Untergründe wahrnehmen - hat beispielsweise der Salzwedeler Steinmetz Jens Eichenberg gestiftet.

Mit dem Start der Projektwoche am Montag haben sich die gehandicapten Kinder und Jugendlichen in die praktische Umsetzung ihrer Wünsche und Ideen gestürzt. Diese hatten sie zuvor in Form von Plakaten und Modellen zum Ausdruck gebracht. Fußballtore, ein Trampolin, eine Schaukel, eine Rutsche oder ein Sandkasten sind darauf zu sehen.

Nach den ersten drei Tagen haben einige Vorhaben bereits Gestalt angenommen. "Das Blumenlabyrinth ist fertig", freute sich Dörte Rieck. Buchsbäume, Kräuter, Blumen sollen hier kniehoch heranwachsen. Die Wege seien so angelegt, dass sie auch von im Rollstuhl sitzenden Schülern genutzt werden können. Weit vorangeschritten sind auch die Arbeiten am Balancierpfad. Die Jüngeren bemalen die Eichenscheiben, die Größeren kümmern sich um Transport und Positionierung des Holzes. Und dies mit großem Feuereifer. "Es ist schön zu sehen, dass wirklich alle Schüler mit Elan dabei sind und sich gegenseitig unterstützen oder erklären, wie man es besser machen kann", ist die Projektleiterin stolz auf ihre Schützlinge.

Farborgel am Eingang als "Musik fürs Auge"

Noch wartet auf die Schüler einiges an Arbeit. Der Spielhügel muss gestaltet werden. Und im Eingangsbereich soll noch eine sogenannte Farborgel aufgebaut werden. "Das ist Musik fürs Auge", erklärte Dörte Rieck. Verschiedenfarbige Plexiglasscheiben, befestigt an Holzpfählen, sollen den Eingang optisch aufwerten. Die Lehrerin hofft, dass alles bis zum Schuljahresende fertig ist. Heute wollen sich die kleinen fleißigen Bauarbeiter erst einmal eine verdiente Pause gönnen - bei einem gemeinsamen Grillen.

 

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