Der Durchführungsplan für den Ausbau der Landesstraßen 8 und 11 in Diesdorf liegt vor. Bürgermeister Fritz Kloß brachte die Unterlagen am Dienstagabend in den Bauausschuss mit. Die Mitglieder forderten ein, dass ein kompetenter Fachmann zur Planung Auskunft geben solle.

Diesdorf. "Wir werden dem Vorhaben nicht zustimmen, bevor uns ein zuständiger Planer die Unterlagen näher erläutert hat", sagte Ausschussvorsitzender Daniel Rieck. An dieser Forderung änderte auch die anschließende Vor-Ort-Besichtigung am Sportplatz nichts. Denn dies sei der größte Knackpunkt, meinten die Ratsleute: Laut dem vorliegenden Plan soll der Regenwasserkanal, bestehend aus einem 400er und einem 800er Rohr, quer über den alten Sportplatz verlegt werden. Ob das Areal wieder ordentlich hergestellt werden könne, sei offen. Als Alternative schlugen die Bauausschussmitglieder vor, dass die Rohre am Rand des Sportplatzes verlegt werden, so dass nur wenig Fläche beschädigt werde. Der Bürgermeister entgegnete, dass dann ein weiterer Schacht gesetzt werden müsse, der um die 3000 Euro koste. "Aber es gibt weniger Ärger mit den Sportlern", entgegnete Ausschussmitglied Sabine Allnoch. Man müsse auch das Ideelle sehen, fügte der berufene Bürger Ronny Lüdemann hinzu.

Ausgebaut werden sollen die Straßen Kloster und Schäfertor von der Einmündung Achterstraße bis zur Einmündung MTS-Siedlung, informierte Fritz Kloß. Ursprünglich sollte die Landesstraße bis zum Ortsausgang in Richtung Abbendorf saniert werden. Doch dafür reiche das Geld nicht aus. Dieser Abschnitt werde später ausgebaut.

"Die Bushaltestelle wird in Richtung Altmärkisches Café verschoben. Auf der anderen Seite ist keine Haltestelle geplant, sondern nur ein Gehweg", sagte er. "Wenn das so sein muss, dann sollte es wenigstens einen Fußgängerüberweg geben. Damit die Kinder und die Bewohner des Seniorenheimes sicher über die Straße kommen", warf Bauausschuss-Vorsitzender Daniel Rieck ein. Parkplätze seien in diesem Abschnitt nicht eingeplant, so Fritz Kloß.

Er wies darauf hin, dass die Straße im Bereich der Alten Darre etwa einen halben Meter abgesenkt werde, damit das alte Gebäude künftig weniger Schaden nehme. Dies könnte bei Gewerbetreibenden zu Problemen mit der Annahme von Lieferungen führen, gab Da-niel Rieck zu bedenken.

Der Radius der Kurve an der Klosterkirche ändere sich nur geringfügig. "Die alten Linden können stehen bleiben", stellte der Bürgermeister fest. Der Gehweg sei in diesem Bereich jedoch sehr schmal.

Auf der Straße Schäfertor wechsele der Gehweg von einer auf die andere Straßenseite. Das bedeute, dass die jahrzehntealte Hecke vor dem Haus von Rüdiger Behrens nicht weichen müsse. Sie werde von dem Bauvorhaben nicht berührt, sagte Fritz Kloß sehr zur Freude des Anwohners, der um den Erhalt des Gehölzes gebeten hatte. In Höhe des Pastorenhauses werde eine Parkbucht für sechs Fahrzeuge angelegt. Zudem gebe es eine sogenannte Übergangshilfe nahe der Straße MTS-Siedlung.

Das Straßenbauvorhaben, das auf einen Wert von knapp einer Million Euro geschätzt wird, solle noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Wenn alles klappt, werde ab März 2012 gebaut, gab der Bürgermeister sein Wissen über den Zeitplan weiter.