Die Menschen in der Region machen mobil. Sie wehren sich gegen Tiermastanlagen. In Dambeck plant ein Investor eine Hähnchenmast für bis zu 160000 Tiere. In Binde hält ein Züchter mehr als 30000 Schweine und plant eine Aufstockung.
Dambeck/Binde l 160000 Hühner sollen bei Dambeck gemästet werden. Das sehen die Pläne des niedersächsischen Geflügelzüchters Horst Ostendorf vor. Doch die Menschen in der Region wehren sich. Die Anlagen stünden zu nah an dem Ort, argumentieren sie. Sie gründeten zuerst die Bürgerinitiative "Keine Hähnchenmast in Dambeck" und Anfang Dezember eine Ortsgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz. Die Mitglieder berieten Bürger, sammelten mehr als 1000 Unterschriften, informierten sich und demonstrierten.
Stadtrat stimmt gegen Mastpläne
Unterstützung kam auch aus der Kommunalpolitik. Der Salzwedeler Stadtrat hat am 6. April das gemeindliche Einvernehmen abgelehnt - einstimmig. Zur Freude von 30 Demonstranten vor dem Kulturhaus. Der Hauptausschuss erneuerte das Nein am 16. November. Das Landesverwaltungsamt hatte neue Unterlagen erhalten und verlangte daher eine neue Stellungnahme.
Denn das Genehmigungsverfahren läuft. Das Einvernehmen ist Voraussetzung für die Genehmigung des Baus. Doch dies könnte vom Landesverwaltungsamt ersetzt werden, informierte eine Pressesprecherin des Amtes. In dem Fall, wenn die am Verfahren beteiligten Ämter zu dem Schluss kommen, dass die vorgelegten Gründe "nicht ziehen".
Mitglieder der Bürgerinitiative bleiben weiter aktiv. Bis Anfang Dezember hatten sie bereits mehr als 40 Einwendungen zusammengetragen.
Der nächste wichtige Termin in dem Prozess ist am 31. Januar 2012. Dann soll das Pro und Kontra ab 10 Uhr im Salzwedeler Kulturhaus erörtert werden.
Züchter will Bauten legalisieren lassen
Auch in Binde stellen sich die Menschen quer. Der Schweinezüchter Adrian Straathof betreibt dort eine Anlage für mehr als 30000 Tiere. Und er wollte noch mehr.
Die Anlage sollte auf 55000 Tiere aufgestockt werden. Doch eine Genehmigung für die Erweiterung gab es nicht. Das Landesverwaltungsamt schickte Straathof Anfang des Jahres einen Bußgeldbescheid. Er soll für die Schwarzbauten fast 500000 Euro zahlen.
Die Mitglieder des Vereines "Bürgerinitiative für ein lebendiges und lebenswertes Binde" werteten das als ersten Erfolg. Sie demonstrierten, veranstalteten Radtouren und sammelten Spenden für die juristische Auseinandersetzung. Seit Juni ist die BI als gemeinnütziger Verein anerkannt.
Nun will Straathof seine Bauten nachträglich legalisieren lassen. Ein Bauantrag lag dem Landesverwaltungsamt Mitte November vor. Gegen das Bußgeld hat Straathof Einspruch bei der Stendaler Staatsanwaltschaft eingelegt. Der Kampf der Bürger gegen die industrielle Tierzucht geht unterdessen weiter.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.