Die HANSEartWORKSAusstellung im Gerlach-Speicher ist gestern Abend eröffnet worden. Die mehr als 200 Besucher zeigten sich beeindruckt von den Werken der 35 Künstler und vom altehrwürdigen Gebäude.

Salzwedel. " Wenn unsere Vorfahren gewusst hätten, dass es hier solch eine Ausstellung gibt, dann hätten sie noch ein Stockwerk höher gebaut ", sagte Salzwedels Bürgermeister Siegfried Schneider gestern. Er erinnerte an die Idee der Hansestädte Doesburg, Stade und Salzwedel, die Kultur mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Der Gedanke wurde einstimmig angenommen. Im Vorjahr in Lippstadt gab es die erste Kunstausstellung. Bei der Zweitauflage sind 35 Künstler aus 34 Hansestädten dabei. " Der Gerlach-Speicher bietet eine gute Kulisse, um Kunst zu zeigen. Er erinnert an die Hansezeit. Solch ein Gebäude hat nicht jeder zu bieten ", erklärte der Stadtchef stolz. Er hoffe, dass sich viele Gäste das einmalige Werk ansehen mögen.

Dr. Michael Kröger, Mitarbeiter des Museums Marta Herford, sprach in seiner Laudatio vom Speicher als " Ort der Geschichte und Handels, Umschlagplatz für Visionen ". Hier würden eigene Fiktionen dargestellt, ganz nach dem Motto " Zukunft trifft Vergangenheit ", unter dem der diesjährige Hansetag stehe. Er machte stellvertretend für alle Beteiligten auf die Arbeit " Musealisierung des Privaten " von Nils Kemmerling aus Neuss neugierig. Der Künstler zeige auf sieben Monitoren Gegenstände. Ihre Besitzer erklären dazu, warum diese ihnen besonders wichtig sind.

" Wenn wir der Kunst begegnen, begegnen wir uns bewusst selbst ", erklärte Michael Kröger. Viele Werke würden mit einem Geheimnis spekulieren, eine Aura des Fremden verbreiten. Sie seien aber auch gleichzeitig ein Geschenk des Künstlers an das Publikum.

Mit einer Performance wurde der Speicher anschließend zum Leben erweckt. Diese wurde von Rhys Martin und David Moss inszeniert. 30 Mitwirkende, darunter Fünftklässler der Comenius-Sekundarschule, Laien und Hobbymusiker, ließen die einzelnen Etagen lebendig werden.

" Hier muss man genügend Zeit mitbringen und in Ruhe schauen ", sagte Annemarie Nasse, Referentin für bildende Kunst im Landeskultusministerium. Sie zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Ausstellung. Diese ist bis 20. Juli geöffnet. Mehr lesen Sie in der morgigen Ausgabe.