Siedenlangenbeck. Bevor Bogdan Meina und Rafa Wolski den ersten Tag ihres Deutschlandbesuchs bei der Hansetagseröffnung im Park des Friedens ausklingen ließen, wollten sie sich in ihrem Fachgebiet weiterbilden. Sie besuchten gestern das Wasserwerk Siedenlangenbeck. Meina, im polnischen Ermland Masuren Direktor für Umweltschutz, interessierte vor allem die Technik und die geologischen Voraussetzungen. Wolski, Direktor für internationale Zusammenarbeit, übersetzte und war um den internationalen Austausch bemüht.

Mit VKWA-Geschäftsführer Jens Schütte und Dr. Friedrich Stübner, im Landesumweltministerium für Internationale Zusammenarbeit zuständig, sahen sich die polnischen Gäste das 4,2 Millionen Euro teure, 2007 eingeweihte Werk an. Erkenntnis: viele Gemeinsamkeiten, kleinere Unterschiede zwischen deutscher und polnischer Wasserwirtschaft. Beispielweise liegt der Kubikmeterpreis in Masuren bei 80 Cent, hier zahlen Verbraucher 1,70 Euro. Dafür ist die Rohwasserqualität sowohl in Polen als auch in Salzwedel identisch. Leicht sauer, eisenund manganhaltig, aber nach der dreistufigen Filterung sehr weich. In beiden Regionen wurde in den 90er Jahren kräftig ins Netz investiert.

Betriebswirtschaftliche Fragen wechselten sich mit technischen ab. So erzählte Schütte, dass 48 Kommunen mit 153 Orten mit maximal 4100 Kubikmetern Wasser pro Tag aus neun Brunnen versorgt werden. Anerkennendes Nicken bei den Gästen. Die Gespräche waren für beide Seiten kein Schlag ins Wasser, was abschließend bei einem Gläschen Wasser Bestätigung fand.