Eine echte Herausforderung meisterte das Salzwedeler Chorensemble " Zaunkönige ". Denn die Sängerinnen haben extra für den Hansetag Lieder mit den 13 verschiedenen Sprachen der Länder einstudiert, die an diesem Wochenende zu Gast sind. Am Donnerstag präsentierte der Chor das Programm in der Lorenzkirche bei einem Nachtkonzert.

Salzwedel. " Ich bin froh, das Island nicht zu dem Hansetag gekommen ist ", sagte Hermann Horenburg am Donnerstagabend. Nein, der Leiter des Salzwedeler Chorensemble " Zaunkönige " hat nichts gegen das nordische Land. Doch er wollte mit seinen Sängerinnen nicht ein Lied in dieser Sprache, die einem dauerhaften Zungenbrecher gleiche, einüben. Nicht noch ein zusätzliches Stück neben den vielen traditionellen Volksweisen, die der Chor innerhalb von einem knappen halben Jahr speziell für den Hansetag einstudiert hat. " Und isländisch ist eine echte Herausforderung ", sagte Hermann Horenburg.

Das ehrgeizige Ziel des Chors war es, für jedes Land, das Salzwedel dieses Wochenende zum Hansetag besucht, ein Lied in deren Heimatsprache einzustudieren. Konkret waren das zu den 14 Gaststaaten 13 verschiedene Stücke, denn in Russland und Weißrussland wird die gleiche Sprache gesprochen.

Gleich nach Weihnachten begannen die Proben für den Hansetag. Jeden Dienstag sang der Chor drei Stunden am Stück für den großen Tag, in den letzten zwei Wochen gab es sogar noch öfter Proben. Problematisch war jedoch, dass die Gesangsgruppe zwölf Jahre getrennt war. " Gott sei Dank ist der Chor relativ schnell beim Einüben der Stücke, sonst hätten wir das nicht geschafft ", erklärte Hermann Horenburg. Doch daneben gab es noch ein weiteres Problem : Denn Texte auf finnisch, lettisch oder polnisch gehen nicht jedem leicht über die Zunge. Vor allem nicht, wenn man sie noch singen muss. " Doch wir hatten als Hilfe die Originallieder auf CD oder Band ", schilderte Hermann Horenburg.

Am Donnerstag, zur Eröffnung des 28. Internationalen Hansetages, war es dann soweit. Abends bei der Begrüßung der Delegierten aus den Hansestädten sangen die " Zaunkönige " die verschiedensprachigen Volksweisen, nachts gab es für die Öffentlichkeit ein Konzert in der Lorenzkirche. Trotz weit fortgeschrittener Stunde gab es nur noch Stehplätze in dem katholischen Gotteshaus.

" Ich weiß nicht, wie gut uns das Singen der Lieder gelungen ist, das müssen uns die Landsleute sagen ", meinte Hermann Horenburg während des Konzerts. Doch der tosende Applaus, mit dem das Publikum die " Zaunkönige " belohnte und noch zwei Zugaben erklatschen konnte, sprach für sich. Häufig hat der Chor zwar nur kurze vorgetragen. " Doch die meisten sind so schön, dass wir sie in unser Repertoire aufnehmen möchten ", so der Chorleiter.

Neben den Stücken für den Hansetag präsentierte der Chor noch Ausschnitte vom Standardprogramm. Für viel Applaus und Verbundenheit mit der Heimat sorgte das " Baumkuchenlied ", das der Chor jedoch erst als Zugabe darbot.