Salzwedel. Mit einer wissenschaftlichen Exkursion nach Diesdorf endet heute die 124. Jahrestagung des Hansischen Geschichtsvereines in Salzwedel ( die Volksstimme berichtete ). Prof. Antjekathrin Graßmann, Vorsitzende des 1870 gegründeten Geschichtsvereines, ist mehr als zufrieden mit dem Tagungsort. " Mit rund 75 Teilnehmern sind wir zahlreicher als ich gehofft hatte ", erklärte sie und fügte hinzu : " Salzwedel ist ein sehr guter Gastgeber. "

Der Verein, dem rund 500 Mitglieder angehören, hatte bereits vor mehr als einem Jahr beschlossen, seine traditionell auf die Pfingstwoche gelegte Jahrestagung in Salzwedel durchzuführen. " Durch den 28. Internationalen Hansetag sind wir auf Salzwedel aufmerksam geworden ", schilderte Prof. Graßmann. Sie lobte die " hohe Qualität " der diesjährigen wissenschaftlichen Vorträge, die sich mit der Darstellung der Hanse in städtischen Chroniken beschäftigten. Sieben Experten, etliche sind Lehrstuhlinhaber an Universitäten, sind der Frage nachgegangen, ob sich ein hansisches Selbstbewusstsein in der städtischen Geschichtsschreibung des Mittelalters und der frühen Neuzeit wiederfindet. Die Antwort am Ende der Tagung lautete " Jein ", mit Tendenz zum Nein.

Dass den Wissenschaftlern der Forschungsstoff ausgehen könnte, befürchtet Prof. Graßmann nicht. Sie verwies darauf, dass die Hanse mittlerweile in zahlreichen europäischen Staaten im Mittelpunkt verschiedener Forschungsprojekte steht. " Die Hanse ist 500-jährige europäische Geschichte " sagte die Vorsitzende des Hansischen Geschichtsvereines. Und was bedeutet die Hanse heute ? " Die Hanse ist ein Symbol für Völkerverständigung, für den Abbau von Vorurteilen und für den Friedensgedanken ", meinte Vorstandsmitglied Dr. Heidelore Böcker.

Die Bedeutung der Hanse für die Altmark und Sachsen-Anhalt wird sich am kommenden Wochenende beim Symposium des Landesheimatbundes und des Altmärkischen Vereines für vaterländische Geschichte in Salzwedel zeigen.