Salzwedel/Uelzen. Was würden die Uelzener nur ohne die Salzwedeler machen? Vermutlich würden sie weiter mit Stolz geschwellter Brust von ihrem Hundertwasserbahnhof erzählen, den Elbe-Seitenkanal vor ihrer Haustür preisen und ihren Hansestadtstatus betonen. Doch Moment: Uelzen eine Hansestadt? "Ja, sicher!", sagten die Uelzener. "Nein, nein", stellten das Hansebüro Lübeck und Bürgermeister Siegfried Schneider fest. Recht hatten alle drei.

Denn selbstverständlich ist Uelzen traditionell eine Hansestadt, engagierte sich im neuzeitlichen Hansebund und war zu vielen Hansetagen eingeladen. Als Beweis präsentierten die Stadtväter 500 Jahre alte Dokumente und verwiesen auf das goldene Schiff im Stadtwappen. Doch eine Mitgliedsbestätigung für den neuzeitlichen Hansebund fand man in Uelzen nicht. Irgendwie hatte irgendwer vergessen, die Stadt an der Ilmenau im Städtebund anzumelden, nachdem sich dieser im Jahr 2000 eine neue Satzung gab. Damals sollten alle Mitgliedsstädte die Satzung anerkennen. In Uelzen hat man das vergessen.

Nun ist es der HanseCrew, an ihrer Spitze Siegfried Schneider, zu verdanken, dass sich die Uelzener rechtzeitig zum 28. Internationalen Hansetag wieder dem Bund anschließen. Denn erst durch die zaghafte Anfrage aus der Jeetzestadt wurde man 40 Kilometer weiter westlich auf das Versäumnis aufmerksam.

"Ich habe schon ein Fax nach Lübeck geschickt", versicherte Uelzens Dezernatsleiter Herbert Blödorn. Und auch aus dem Hansebüro Lübeck hört man Wohlwollen. Unkompliziert soll Uelzen – in schöner Tradition – wieder offiziell in den Hansebund eingegliedert werden. Und um mal im Hansejargon zu bleiben, kann den Uelzenern dafür nur Mast- und Schotbruch sowie immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel gewünscht werden. Salzwedel sei Dank!