Salzwedel - Die Bedürfnisanstalten im Burggarten und am Bahnhof werden noch immer in Regie der Stadt betrieben. Die Werbegemeinschaft habe eine Übernahme wegen Unwirtschaftlichkeit abgelehnt, begründete Bürgermeister Siegfried Schneider im Stadtrat eine Anfrage von Waltraut Reinke. Dies hat gestern Jost Fischer bestritten. Die Händlerschaft habe weiter Interesse, warte nur auf ein Gesprächsangebot aus dem Rathaus.

Im Rahmen ihres Konsolidierungskonzeptes hatte die Stadt vor ein paar Jahren eine Privatisierung der öffentlichen Toiletten ins Auge gefasst. Groß war die Freude, als die Werbegemeinschaft im April 2006 Interesse bekundete. "Ich erhielt einen Auszug aus dem Haushaltsplan über die Kosten. Daraus bin ich aber nicht schlau geworden und habe um ein Gespräch gebeten, um Details zu klären. Dazu ist es aber nie gekommen", sagte gestern Jost Fischer. Er selbst und der Bürgermeister seien vielbeschäftigte Männer. Irgendwie sei die Angelegenheit wohl auch deshalb im Sande verlaufen.

Nachdem die Stadt die Klos am Nicolaiplatz geschlossen hatte und so rund 15 000 Euro im Jahresetat einsparte, pachtetete die Werbegemeinschaft die Toilette vom Insolvenzverwalter des Privatgebäudes. Dienstags steht sie offen, um den Wochenmarkthändlern und -besuchern den weiteren Weg zu den Toiletten im Bürgercenter zu ersparen. "Wir haben jemanden, der auch die WCs im Burggarten und am Bahnhof betreiben will. Das geht sicher nicht ohne Zuschuss der Stadt, aber preiswerter als es jetzt der Fall ist", erklärte Jost Fischer. Für 2007 rechnet die Stadt mit Ausgaben für beide Bedürfnisanstalten in Höhe von 35 300 Euro.

Jost Fischer wünscht sich auch, dass bei der Gestaltung des Marktplatzes dort eine öffentliche Toilette gebaut wird. Darüber werde derzeit nachgedacht, versicherte Bauamtsleiter Ralf Burmeister.
Etwas einfallen lassen muss sich die Stadt auch für den Internationalen Hansetag 2008. "Für die vier Tage werden wir nicht extra neue Toiletten bauen. Das würde wahrscheinlich einen fünfstelligen Betrag kosten", sagte Hauptamtsleiter Matthias Holz. Die Stadt werde aber mit Sicherheit alles tun, um den Bedürfnissen der tausenden Touristen Rechnung zu tragen.