Salzwedel - Die Tourismusbranche in der gesamten Altmark soll vom 28. Internationalen Hansetag profitieren, der im kommenden Jahr in Salzwedel stattfindet. Aus rund 100 Städten werden zwischen dem 5. und 8. Juni rund 2000 aktive Teilnehmer erwartet. Ein Ereignis, dass sich nachhaltig auf die Region auswirken soll. Allerdings: Für einige positive Effekte ist der Zug bereits abgefahren.

Nicht nur für den Salzwedeler Landtagsabgeordneten Jürgen Stadelmann (CDU) steht fest: "Der Internationale Hansetag ist keine Salzwedeler Veranstaltung, sondern strahlt auf die ganze Region aus." Eine Sicht, die sich auch in Magdeburg durchgesetzt hat. Zumindest werden in diesem Jahr 30 000 Euro dem altmärkischen Tourismusverband für Marketingaktionen zur Verfügung gestellt. 20 000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Weitere 10 000 Euro müssen im Gegenzug als Eigenmittel aus der Region aufgebracht werden.

Das Konzept des Tourismusverbandes steht laut Geschäftsführerin Manuela Fischer, bereits fest: Von Mai bis Oktober 2008 soll in jeder der acht altmärkischen Hansestädte ein besonderer Höhepunkt für die Gäste erlebbar sein. Der Spargel in Osterburg, die Backsteingotik in Stendal, das Bier in Gardelegen könnten solche besonderen Hanseerlebnisse sein. Fischer setzt dabei auf Nachhaltigkeit.

Deshalb soll es im Rahmen der geplanten "Service-Initiative Hanse" auch ein Art Gütesieggel "Hanse-Hotel" oder "Hanserestaurant" geben. Natürlich werden zudem vorhandene Stärken wie Radwege und Reitwege-Netz, Wassertourismus und Kulinarium mit einbezogen. Über eine "Hanse-Plattform" sollen alle regionalen Kräfte gebündelt werden. Im Blick hat Fischer dabei unter anderem den altmärkischen Hansebund - den losen Zusammenschluss der hiesigen Hansestädte. "Es gilt jetzt, diesen Hansebund für Ziele des Tourismus zu nutzen."

Fest steht schon jetzt, der Ansturm auf Hotels, Pensionen und private Anbieter wird 2008 gewaltig. Rund 3500 Betten gibt es derzeit in der Altmark - ohne die privaten Anbieter. Und schon jetzt sind Hotels von Salzwedel bis Tangermünde für die vier Tage im Juni 2008 "geblockt", wie Fischer formulierte.

In Salzwedel wird am Programm für den Internationalen Hansetag kräftig gefeilt. Eine Ausstellung im Danneilmuseum ist ebenso geplant wie eine Hafenparty und ein Hansemarkt. Als prominentester Gast wird Bundespräsident Horst Köhler erwartet. Doch wer meint, dass in der mehr als zehnjährigen Vorbereitung auf den Hansetag und auf seine touristische Ausstrahlung das Maximum herausgeholt wird, der irrt. Große Reiseanbieter werden 2008 Salzwedel und die Altmark als besondere touristische Attraktion nicht im Angebot haben.
Diese Unternehmen planen mittelfristig - immer zwei Jahre voraus.

2006 hätten entsprechende Signale aus der Region an die Reiseanbieter gehen müssen. Das sei aber nach Auskunft von Manuela Fischer nicht passiert. Und vermutlich wird die Altmark auch während des Internationalen Hansetags im Mai in Lippstadt nicht mit speziellen Informationsmaterial werben können. Die Zeit für deren Herstellung reicht einfach nicht mehr.