Schönebeck (ok/dw). Eine mit betroffenen Bürgern (Bürgerinitiativen), Fachleuten, Politikern sowie Vertretern von Verbänden, Behörden und Kommunalverwaltungen besetzte Arbeitsgruppe "Grundwasser" unter der Leitung von Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase (parteilos) hat sich konstituiert. "Die Gründung entspricht den Ergebnissen einer Bürgerversammlung in Schönebeck-Felgeleben und folgt einem vom Schönebecker Stadtrat beschlossenen Antrag", sagt Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz. Ziel der Arbeitsgruppe sei es, zu Lösungsansätzen zu kommen und Maßnahmen festzulegen, um der von erhöhtem Grundwasser betroffenen Bevölkerung zu helfen.

Nach intensiver Erörterung kam es zunächst zu folgenden Festlegungen: In unterschiedlicher fachlicher Besetzung werden sich ausgewählte Mitglieder der Arbeitsgruppe ab sofort mit den Schwerpunkten "Felgeleben-Sachsenland" (1), "Perspektiven für das Stadtgebiet Schönebeck" (2) sowie "Problematik der ostelbischen Stadtgebiete" (3) befassen.

Priorität hat das Stadtgebiet Felgeleben-Sachsenland. "Dieser erste, vom Oberbürgermeister betreute Schwerpunktbereich, zielt auf möglichst kurzfristige Maßnahmen ab, während die anderen Bereiche themenbedingt eher mittel- und langfristige Lösungsvorschläge ansteuern", so Wannewitz.

Dem Bereich 2 steht Prof. Frido Reinstorf von der Hochschule Magdeburg-Stendal vor. Aufgabe dieses Bereiches sei unter anderem eine Basisuntersuchung unter Nutzung vorhandener Unterlagen und durchzuführender Messungen, um mögliche Maßnahmen ins Auge fassen zu können, wie Prof. Reinstorf sagte.

Den Bereich 3 leitet der Geschäftsführer des Ehle-Ihle-Verbandes, Bernd Wolff. Die Arbeitsgruppe einigte sich weiterhin darauf, dass gegebenenfalls weitere, geeignete Fachvertreter in die Arbeit einzelner Schwerpunktbereiche einbezogen werden können. Das hatten zuletzt Mitglieder des Bauausschusses am Montagabend und Demonstranten, die sich unmittelbar vor der Sitzung am Rathaus versammelten, gefordert. Die Bürger aus Sachsenland, Felgeleben und Gnadau fordern, dass der anerkannte Geologe Dr. Manfred Sichtig einbezogen wird, der mehrfach und ohne Resonanz seitens der Stadt angeboten hatte, sein Wissen unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Kritik übten die Demonstranten auch daran, dass OB Haase den Vorsitz übernommen hat, obwohl während seiner Amtszeit in den vergangenen 16 Jahren nichts passiert sei, um das Wasserproblem in den Griff zu bekommen

Eine bedeutende Position innerhalb der Arbeitsgruppe nehmen das Landwirtschafts- und Umweltministerium Sachsen-Anhalt, aber auch nachgeordnete Landesbehörden wie das Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft ein.

Auch der Geschäftsführer der OEWA GmbH, Wolfram Scholl, sagte Hilfe durch sein Unternehmen zu, so etwa die technische und kaufmännische Betrachtung anzudenkender Lösungsvorschläge. Ebenso sollen Modelllösungen von Grundwassersenkungen in Berlin und in Sachsen Teilnehmern der Arbeitsgruppe vor Ort vorgestellt werden. Scholl thematisierte unter anderem auch die Pflege und Sanierung der Vorflut- und Grabensysteme und deren Auswirkungen.

Erste Ergebnisse der Sitzung sind zwei konkrete Maßnahmen: Das Umweltamt des Salzlandkreises bestätigte der BI das zügige Vorantreiben der Sanierungsmaßnahme am Durchlass "Güstener Bahn". Außerdem soll das Gespräch mit der Landwirtschaft gesucht werden.