Die Saale in Calbe lässt Bürgern, Einsatzkräften und Krisenstab weiterhin keine Zeit zum Durchatmen. Das Wasser steigt Zentimeter um Zentimeter. Gestern trafen Stadtverwaltung und das Deutsche Rote Kreuz Vorbereitungen für eine mögliche Evakuierung in der Heger-Sporthalle. 100 Betten werden für einen Notfall zur Verfügung stehen.

Calbe. Besorgte Gesichter bei der Tagung des SAE-Stabes am gestrigen Nachmittag im Rathaus. "Der gemeldete Saale-Pegel liegt jetzt bei 8,92 Meter", sagt Ordnungsamtsleiter Rainer Schulze. "Momentan hat sich die Steigung etwas abgeschwächt." Doch das sei mit Blick auf prognostizierte Regenfälle und Tauwetter kein Grund zur Entwarnung. Barrikaden aus Sandsäcken an Wassertor und am Mühlenhof hindern die Saale am Eindringen in die Innenstadt. Unzählige Helfer, darunter rund 40 georderte Ein-Euro-Jobber, füllen pausenlos Sandsäcke. "Eine Reserve von 3000 Stück liegt bereit und wird noch auf 5000 erhöht", sagt Frank Berger vom Bauhof. Dringend werden dafür weitere Helfer benötigt. Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes (THW) fuhren durch die Stadt und riefen Bürger per Megafon zur Hilfe auf. Wenig später rollte auf Veranlassung der Stadt der Katastrophenschutz vor die Heger-Sporthalle. Aus Fahrzeugen des Betreuungszuges des Deutschen Roten Kreuzes Schönebeck luden zwölf Helfer rund 100 Betten aus, die auf dem mobilen Fußbodenbelag der Halle aufgebaut wurden. "Wir haben vorbereitende Gespräche mit der Kreisverkehrsgesellschaft in Bernburg geführt, um Busse für eine mögliche Evakuierung vor allem in Gottesgnaden bereit zu stellen", so Hauptamtsleiterin Isabel Bartels. Ein Überschreiten der Neun-Meter-Marke der Saale wird derzeit nicht mehr ausgeschlossen.

   

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