Felgeleben (fi). Eine Umfrage der Volksstimme unter Betroffenen des Oberflächen- und Grundwassers in Schönebeck-Felgeleben zeigt vor allem Wut und Resignation.

Robert Reinke und Eltern riefen am Wochenende die Feuerwehr vergebens um Hilfe, für ihr komplett umflutetes Haus in der Paul-Illhardt-Straße schafften sie selbst Sandsäcke heran. "Endlich ist der Sand von der Stadt jetzt da, aber vorher haben sie uns ziemlich im Stich gelassen", sagt er. Bei seiner Nachbarin Ursula Novak reicht das Wasser vom Acker bis an die Wohnzimmerwand. Bett und Schrank hat ihr Sohn auf Steine gestellt. "Es ist feucht und schimmelt. Alles neu zu machen – wie soll ich das bezahlen?", fragt sie. Für ihren Sohn Michael Musche ist die Abwesenheit der Stadt "eine Schweinerei": "Vorbeikommen, fragen, Hilfe anbieten! Das fehlt hier!"

Familie Körner, die das Wasser mit Pumpen noch im Zaum halten kann, findet es ebenfalls eine "Schweinerei", dass Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase nicht zu sprechen ist. "Er muss doch etwas machen, zumindest mit den Leuten sprechen", sagt Theodor Körner. Das Wasser bis zur Gartentreppe hat Volker Ohlwein stehen. "Das ganze Problem muss schleunigst gelöst werden, das Grundwasser muss langfristig abgesenkt werden. Wir bezahlen doch schließlich Steuern." Ohlwein bedauert, dass "erst etwas Schlimmes passieren muss, bevor sich was tut".

In der Otto-Kresse-Straße in Felgeleben steht das Wasser seit November mit der FrostUnterbrechung in den Kellern, die Anwohner scheinen zusehends zu resignieren. "Hier muss etwas unternommen werden", meint Simone Thiel, bei der das Wasser in Dusche, Toilette und Waschmaschine drückt. Aber was, das müssten sich Experten überlegen. Elfriede Steinbach und ihr Mann von gegenüber sind froh, dass sie über das Wasser noch allein Herr werden können. "Aber dass der Feuerwehr verboten wird zu helfen, macht uns wütend. Dafür gab es keinen Grund", sagt die Rentnerin. Langfristig müssten Pumpen Abhilfe schaffen, meint sie.

Bei Schmidts ist der Keller seit November nass. "Wir leben mit dem Wasser", meint Hanna Schmidt. Die Stadt könne hier kurzfristig nichts tun, Graben- und Pumpsysteme müssten her.

<6>Nachbar Roland Retzel erhofft sich nichts mehr von offizieller Seite: "Horst Melcher hat ein Konzept ausgearbeitet, aber das hat bei der Bürgerversammlung niemanden interessiert. Dafür fehlt wohl das Geld." Er winkt resigniert ab: "Zur Gefahrenabwehr hätte die Stadt mehr machen können. Doch wenn ich mir selbst nicht helfe, hilft mir keiner."

<7>Wenn bei Rentnerin Elfriede Panicke die Kinder nicht anpacken würden, wüsste sie nicht weiter. "Eine Schweinerei, dass einem keiner hilft. Also Hilfe können Sie hier vergessen. Es ist zum Verzweifeln" sagt sie und weint beim Anblick ihres Kellers.<8><9><10>

   

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