Eine lange Suche hat endlich ein glückliches Ende gefunden. Für den Jugendclub Young Generation wurde ein neues Gebäude gefunden. Wermutstropfen: Das neue Objekt in der Welsleber Straße kann erst ab Mai bezogen werden. Am Montag geht aber im Gebäude in der Straße der Jugend für immer das Licht aus.

Schönebeck. Es ist das klassische weinende und lachende Auge, mit dem Trixi Ziener ihre Stimmung beschreibt. Die Leiterin des Jugendclubs Young Generation bereitet sich auf Montag vor, ein schwerer Abschied steht bevor. Denn am 31. Januar geht in dem Jugendclub in der Straße der Jugend für immer das Licht aus. Grund: Das Haus soll abgerissen werden, weil die Kindertagesstätte "Regenbogen" auszieht und ihr neues Domizil in der Wilhelm-Hellge-Straße bezieht. Das war schon länger klar, deshalb waren der Verein "Rückenwind" als Betreiber und die Stadtverwaltung auf der Suche nach einem Alternativobjekt. Doch das erwies sich schwerer als vorher angenommen.

Jetzt, kurz vor dem bitteren Ende, gibt es jedoch die wohl schönste Nachricht für die rund 40 Kinder und Jugendlichen, die Young Generation bisher mit Leben gefüllt haben. Die Salzlandsparkasse schließt ihre Filiale in der Welsleber Straße 49. Neuer Nutzer wird der Jugendclub. "Ich bin wirklich froh", bringt Trixi Ziener ihre Erleichterung zum Ausdruck. "In dem neuen Objekt werden wir vieles haben, das uns hier nicht zur Verfügung gestanden hat", berichtet die Clubleiterin. Allein die Fläche vergrößert sich von einst rund 132 auf 225 Quadratmeter. "Außerdem haben wir dann eine richtige Küche, bisher haben wir mit Kochplatten gekocht", nennt sie ein weiteres Beispiel.

Bei all der Vorfreude mischt jedoch auch ein großer Funken Traurigkeit mit. "Das Gebäude, in dem wir 15 Jahre lang unseren Jugendclub hatten, wird abgerissen. Da hängen sehr viele Erinnerungen dran", sagt die sonst so taffe Clubleiterin. Sie ist sich sicher, am Montag – dem letzten Clubtag in der Straße der Jugend – werden zahlreiche Tränen fließen. Viele Ehemalige sowie die aktuellen Nutzer haben sich angekündigt. Gemeinsam wollen sie das Club-Licht an dieser Stelle für immer löschen.

Dass der Abschiedsschmerz nicht allzu lange wehren wird, hofft derweil auch Erdmute Köppe, Leiterin des Sachgebietes Kinder, Jugend und Senioren. Schließlich steht bereits das neue Gebäude in Aussicht. Einziger Wermutstropfen: Bezugsfertig ist das ehemalige Sparkassengebäude erst zum 1. Mai. "Hier sind noch Umbauarbeiten notwendig, die von der Salzlandsparkasse als Vermieter getragen werden", begründet Erdmute Köppe den nicht ganz lückenlosen Übergang. Das bedeutet, die Kinder und Jugendlichen sind die nächsten drei Monate ohne Clubdach über dem Kopf. Denn das alte Gebäude in der Straße der Jugend wird bekanntlich abgerissen. "Da es keine separaten Versorgungsleitungen gibt, hätten wir für die drei Monate nur wegen des Clubs das gesamte Haus heizen müssen", erklärt die Sachgebietsleiterin. Die Zusatzkosten wären für die Stadt nicht tragbar gewesen. Ihre Alternative: "Die Kinder können während der Umbauzeit das Kinder- und Jugendbüro Piranha in der Bahnhofstraße nutzen."

Eine kleine Durststrecke, die Erdmute Köppe als vertretbar einschätzt. Im Vordergrund steht für die Sachgebietslei- terin, dass die zähe Suche doch ein positives Ergebnis erbracht hat. "Wir haben fast eineinhalb Jahre nach einem neuen Gebäude gesucht." Doch in dem Wohngebiet Straße der Jugend stehe eben kein kommunales Objekt zur Verfügung, das für einen Jugendclub genutzt werden könnte. Deshalb könne man es nur als Glücksfall bezeichnen, dass das Objekt, das sich nur wenige Meter entfernt vom alten Gebäude befindet, jetzt von dem Kreditinstitut leergezogen wird.

Derweil überlegt Clublei- terin Trixi Ziener schon fleißig mit den Kindern und Jugendlichen, wie sie ihr eigenes Flair in das ehemalige, steril wirkende Bankgebäude bringen werden. "Die ersten Arbeitseinsätze sind in Planung."