In Schönebeck ist das Jahr 2010 traditionell sportlich zu Ende gegangen. Der Silvesterlauf des Schönebecker SC lockte wieder zahlreiche Menschen in den Kurpark, die die rund 300 Läufer und Nordic-Walker anfeuerten.

Bad Salzelmen. Laufbegeisterte, wohin das Auge reicht. Am Freitagmorgen haben sich wieder einmal über 300 Sportler im Kurpark getroffen, um gemeinsam dem Jahr 2010 mit seinen Höhen und Tiefen davon zu laufen. Die Frauen, Männer und Kinder trotzten den glatten Streckenbedingungen und ließen den Silvesterlauf des Schönebecker SC, der durch den Kreissportbund Salzland, die Stadt Schönebeck und Sponsoren unterstützt wurde, auch bei seiner 25. Auflage zu einem Höhepunkt werden.

Großes Gedränge herrscht am Startpunkt an den Tennisplätzen. An vorderster Front stehen sie dicht an dicht. Die Spannung erhöht sich, endlich fällt der Startschuss. Die lange Schlange Laufbegeisterter setzt sich in Bewegung. Jetzt heißt es für die Zuschauer erst einmal warten. Die 5,5 Kilometer durch den Kurpark zum Bierer Berg und durch das Tannenwäldchen zurück zur Kurparkbühne brauchen eben ihre Zeit. Glatte Wegbedingungen tun da ihr Übriges. Doch langweilig wird es in den knapp 20 Minuten nicht, in denen die 180 Starter den Hauptlauf absolvieren. Zeitgleich sind am Gradierwerk 70 kleine und große Sportler gestartet, um die kurze Strecke – immerhin 1,1 Kilometer – zu bewältigen. Gespannt blicken Familienangehörige auf die Zielgeraden. Auf einmal, nur wenige Minuten nach dem Start, kommt ein Junge angesaust. Mit einer Zeit von 9:50 Minuten ist Niclas Rangusch der Sieger der kurzen Strecke. Nach und nach folgen die anderen, alle mit einem freudigen Lächeln im Gesicht. Die frische Luft in den Lungen scheint zu beflügeln, mag ein lauf-müder Zuschauer da denken.

Doch lange Zeit, um mit den Gedanken zu spielen, bleibt nicht. Schon gibt Frank Wedekind, Chef des Schönebecker SC, durch das Mikrofon bekannt, dass der erste Teilnehmer der langen Strecke erwartet wird. Plaudereien in den Zuschauerreihen werden kurz unterbrochen, jeder sucht den besten Platz am Wegesrand. Der Kopf wird Richtung Tannenwäldchen gewandt und das Warten beginnt. Wenige Minuten später taucht am Horizont der erste Läufer auf. Schnellen Schrittes kommt er dem Ziel näher. Jubel brandet auf und Robert Knackmuß hebt den rechten Arm. Trotz der Anstrengung hat er ein Lächeln im Gesicht. Die Veranstalter verkünden laut die Siegerzeit: 23:17 Minuten. "Toll, dass es endlich mal mit dem Sieg geklappt hat. Den Vorjahressieger habe ich im Endspurt überholt", sagt der 27-Jährige. Sekunden später trudeln schon die nächsten Läufer ein. Jetzt geht es Schlag auf Schlag.

Es ist ein bunt gemischtes Teilnehmerfeld bekannter Gesichter aus der Region. Da duellieren sich Fußballer und Boxer, Politiker und Unternehmer, Jung und Alt. Ein herzerfrischender Anblick, der sicher die unzähligen Besucher am Silvestermorgen in den Kurpark lockt, die die Teilnehmer anfeuern. Insofern sind alle Sportler die "Sieger der Herzen". Eine Siegerin ist auch Paula Nowak. Die Zehnjährige trainiert seit zwei Jahren bei den Leichtathleten des Schönebecker SC und gewinnt beim Silvesterlauf die Frauen-Konkurrenz.

Am Ende – die Organisatoren von den Abteilungen Leichtathlethik und Tennis des Schönebecker SC wollen gerade zur Siegerehrung übergehen – kommt ein letzter Läufer im Ziel an. Egon Meißner (75), ein Lauf-Urgestein, meistert lächelnd die letzten Meter. Wegen einer Operation hatte der Schönebecker lange Zeit pausieren müssen. "Das ist jetzt mein erster Lauf seit der Pause", sagt der Oldie, der mit seiner Laufzeit von 50 Minuten zufrieden ist. Sein Lauf-Kumpel Volker Schumann (69) war schon eher im Ziel, doch die Platzierung verrät er nicht, die ist nicht wichtig. Dabei sein ist alles. "Seit 20 Jahren sind wir bestimmt schon dabei", schätzt Egon Meißner ein. Der Silvesterlauf in Schönebeck ist eben bei den meisten Teilnehmern ein fester Termin im Kalender.

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