Seit fast einem Jahr sucht die Arbeitsgruppe "Demografische Entwicklung" nach Lösungen, um auf die rückläufige Bevölkerungsentwicklung in Barby einzuwirken. Auf der nächsten Sitzung werden die Schwerpunktthemen "Kinder" und eine Bürgerbefragung im Mittelpunkt stehen.

Barby. Arbeitsgruppenmitglied Yvonne Gerstner äußerte bereits im April vergangenen Jahres einen Leitgedanken: "Wir sollten die Bevölkerungsgruppen fragen: Was wollt ihr? Was ist für euch ein attraktives Lebensumfeld?" Dirk Trappe machte daraufhin den Vorschlag, nach dem Calbenser Beispiel eine Umfrage zu starten. Dort hatte die Stadtverwaltung zusammen mit dem "Calbenser Blatt" Fragebögen an die Haushalte versand. Die Resonanz war in der Nachbarstadt gut und aufschlussreich.

In den vergangenen Sitzungen verlor man das Thema in Barby zwar nicht aus den Augen, feilte aber lange am Inhalt einer solchen Befragung.

Wenn am 19. Januar die Gruppe erneut im Rathaus tagt, sollen in Sachen Fragebogen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Die Bürger werden gebeten, ihre Meinung kund zu tun. "Wir bitten Sie um Ihre ganz konkrete Mitarbeit bei unserem Bestreben, die Stadt lebens- und liebenswerter zu machen", werden die Leser angesprochen.

Es ist geplant, dass ein Fragebogen pro Haushalt verschickt wird. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, ihn in den Gemeindebüros und dem Barbyer Haus der Begegnung abzuholen. Zudem kann er auf der Internetseite der Stadt herunter geladen werden.

Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten

Die ersten Fragen sind rein statistischer Natur: Alter, Wohnort oder Anzahl der Personen im Haushalt.

Noch statistischer geht es zu, wenn man sich auf den umstrittenen Sachsen-Anhalt-Slogan "Wir stehen früher auf" bezieht: Es wird danach gefragt, wann bei den Barbyern morgens der Wecker klingelt.

Die Arbeitsgruppe interessiert sich aber auch dafür, was die Menschen als typisches Wahrzeichen oder Merkmal ihres Ortes empfinden. Oder mit welchen Vorzügen oder Sehenswürdigkeiten man bei Auswärtigen werben könnte.

Unter die Rubrik "Kritik" fallen folgende Fragen: "Wo halten Sie sich hier nicht gern auf?" oder "Welche Veranstaltungen sind für Sie entbehrlich?"

Die Stadt wird sicherlich gespannt sein, wie die Bürger ihre Öffentlichkeitsarbeit, Internetpräsenz und "zeitgerechte Bekanntgabe von Veranstaltungen" einschätzen. Auch das will der Fragebogen wissen.

Das Papier soll dann ausgefüllt bis zum 31. März wieder in den Briefkästen der Verwaltung stecken.

Die Arbeitsgruppe fordert weiterhin die Ausweisung von Eigenheimbauflächen in der Stadt und am Stadtrand, um junge Familien zu halten. Eigentümer von Ruinen im Innenstadtgebiet müssen unter Druck gesetzt werden. Im Frühjahr soll deshalb ein nicht alltäglicher Malwettbewerb starten: "Welches ist das hässlichste Haus?"

Vorsitzender der Arbeitsgruppe ist Bürgermeister Jens Strube. Sein Stellvertreter Stadtratsvorsitzender Ernst Neugebauer machte anhand von Prognosen deutlich, was uns in 14 Jahren erwartet: Ab 2025, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Sechziger des vergangenen Jahrhunderts langsam ins Rentenalter kommen, verändert sich der Altersquotient nennenswert. Bis dahin wird die Bevölkerungszahl Sachsen-Anhalts um ein Drittel schrumpfen. Der Salzlandkreis verkleinert sich von 230 000 auf 165 000 Einwohner. Barby als Ortsteil der Einheitsgemeinde wird dann auf rund 3000 Einwohner schrumpfen.

www.barby.de