Schönebeck. Die Situation wird nicht besser. Seit Mitte des vergangenen Jahres steigt der Grundwasserpegel im Dreieck zwischen Schönebeck, Calbe und Barby rapide an. Der Messpegel Zeitz bei Wespen, der Aussagekraft für die gesamte Region südlich von Schönebeck hat, ist jetzt rund 1,75 Meter höher als zu dieser Jahreszeit üblich und übertrifft außerdem die Verhältnisse nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 weit. Das geht aus dem hydrologischen Wochenbericht des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft in Magdeburg (LHW) hervor.

Stadtrat Christian Jung (Rettet die Altstadt), der gleichzeitig Flussbereichsleiter Elbe des LHW ist, stellte der Volksstimme und damit den betroffenen Bürgern diese Information zur Verfügung. Die Jahrgangslinie auf der Grafik oben zeigt deutlich den sprunghaften Anstieg des Grundwassers im Urstromtal der Elbe. Was auf dem Papier mit dem steilen Strich nach oben dargestellt ist, stellt sich für die betroffenen Grundstückseigentümer ganz anders dar: Die Erde ist derzeit mit Wasser vollgesogen wie ein nasser Schwamm. "Die Grundwasserstände weisen eine gleichbleibende bis leicht steigende Tendenz auf", fasst das LHW in seiner aktuellen Betrachtung zusammen.

Besserung ist in den nächsten Tagen und Wochen nicht in Sicht – im Gegenteil. Die Meteorologen sagen für heute zwar noch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt voraus. Aber morgen ab 5 Uhr bewegt sich das Quecksilber immer weiter nach oben und wird sich für die nächsten Tage bei 5 Grad Celsius einpegeln. Die Folge: Schnee und Eis auf den Feldern werden tauen.

Hinzu kommen die zu erwartenden Niederschläge. Ab morgen wird mit einem leichten Nieselregen gerechnet, der die Situation weiter verschlechtern wird. Schon jetzt sind die Gräben der Region randvoll, ein Abfluss der zusätzlichen Mengen ist kaum noch möglich. Die Verdunstung ist nach Auskunft des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft entsprechend der Jahreszeit relativ gering.

Zusätzlich werden die großen Flüsse demnächst jede Menge Tauwasser flussabwärts führen. Die Pegel von Bode, Saale und Elbe können ansteigen, derzeit sind die Höhen aber noch stabil. In der Bode bei Staßfurt wurden gestern Mittag etwa 1,76 Meter gemessen, die Saale in Calbe steht bei 5,73 Meter und die Elbe bei Barby bei 3,57 Meter.

Doch sollten die Flüsse in den nächsten Wochen Hochwasser führen, wird es dazu kommen, dass wieder weitaus mehr Wasser in das Hinterland gedrängt wird – kein gutes Gefühl für die betroffenen Grundstückseigentümer zwischen Barby und Pretzien.