Am 19. Januar wird der Neujahrsempfang der Stadt für geladene Gäste veranstaltet. Dabei kommt es nicht zur gewohnten Auszeichnungen eines verdienten Bürgers mit der Wilhelm-Loewe-Medaille der Stadt. Im Vorfeld wurde nicht über mögliche Preisträger beraten und abgestimmt.

Calbe l Wilhelm Loewe (1814 bis 1886) hat in der Saalestadt seine Spuren hinterlassen. Der gebürtige Magdeburger zog im Jahr 1840 als promovierter Arzt in die Saalestadt und engagierte sich stark für das örtliche Gemeinwohl. Er hielt öffentliche Vorträge zu Gesundheitsfragen, gründete einen Bibliotheksverein und wurde 1848 für den Wahlkreis Calbe-Oschersleben in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt.

"Mit geforderten Sparmaßnahmen hat die Entscheidung nichts zu tun"

Burglind Fedtke, Kämmerin

Seit Jahren ehrt die Saalestadt mit dem Wilhelm-Loewe-Preis verdiente Bürgerinnen und Bürger, die für ihr hervorragendes Engagement ausgezeichnet werden. Dazu zählen im Sinne des Wohls der Stadt sowohl bürgerschaftlicher Einsatz, Bildungsarbeit, eine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit, herausragende wirtschaftliche Leistungen, sportliche Leistungen, die den Bekanntheitsgrad und das Image der Stadt fördern als auch besondere kulturelle Leistungen.

Am Sonntag, 19. Januar, begrüßt ab 11 Uhr Bürgermeister Dieter Tischmeyer in der Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gemeindeleben zum Neujahrsempfang. In diesem Jahr wird die Wilhelm-Loewe-Medaille allerdings nicht verliehen. Haben die jüngst von der Kommunalaufsicht des Salzlandkreises aufgezeigten Einsparpotenziale, die auch die Kostenpunkte Ehrungen in der Stadt betreffen, mit der fehlenden Preisverleihung zu tun? "Keineswegs", antwortet Kämmerin Burglind Fedtke auf Nachfrage. "Mit geforderten Sparmaßnahmen hat die Entscheidung nichts zu tun." Vielmehr hatte es in der Vergangenheit kontroverse Diskussionen in Ausschüssen und im Stadtrat zu diesem Thema gegeben. Unter anderem darüber, ob eine geheime Wahl sinnvoll wäre oder nicht und dass mehr Vorschläge aus der Bevölkerung kommen müssten. Im vergangenen Jahr einigten sich die Stadtverwaltung und Stadträte darauf, Ehrungen von Bürgern nicht aus dem Zwang zur Regelmäßigkeit und damit im Gießkannenprinzip vorzunehmen.

Sind der Stadt somit die verdienten Bürger ausgegangen? "Natürlich nicht", anwortet Kämmerin Burglind Fedtke. "Allein nach dem Junihochwasser verdienen unzählige Bürger eine Ehrung."