Schönebeck (ok) l Die Elbauenbrücke Schönebeck wird nicht im Finale beim Deutschen Brückenbaupreis 2014 dabei sein. Das teilte jetzt auf Anfrage der Volksstimme die Bundesingenieurkammer Berlin mit. Demnach war die Elbauenbrücke im Wettbewerb zunächst vertreten gewesen. Die eingereichten Unterlagen waren vollständig, und die Jury hat die Brücke gemeinsam mit den anderen 18 eingereichten Bauwerken in der Kategorie "Straßen und Eisenbahnbrücken" bewertet. "Nach intensiver Diskussion ist die Jury allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass drei andere Brücken für die Preisverleihung nominiert werden", schreibt Jost Hähnel von der Bundesingenieurkammer.

Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel nimmt die Entscheidung der Jury sportlich. "Natürlich hätte er sich gefreut, wenn der Deutsche Brückenbaupreis in diesem Jahr an die Schönebecker Elbauenbrücke vergeben worden wäre", ließ der Minister über Pressereferent Peter Mennicke mitteilen. Es könne nun mal in jedem Wettstreit nur einen Sieger geben. "Das ändert doch aber nichts an der Tatsache, dass wir mit der neuen und hochwassersicheren Elbquerung im Zuge der B246a-Ortsumfahrung Schönebeck ein imposantes Bauwerk von großer Ingenieurskunst geschaffen haben." Allein der Anblick, vor allem aber die verkehrliche Bedeutung der neuen Brücke sind auch ohne den Preis wertvoll für das Land und die Stadt.

Auch in der Stadtverwaltung Schönebeck wird das Ergebnis mit Bedauern aufgenommen. "Die Entscheidung der Jury ist sehr bedauerlich, aber angesichts ungemein starker Konkurrenz auch zu respektieren", teilte Pressesprecher Hans-Peter Wannewitz auf Anfrage der Volksstimme mit. Nach Meinung des Ratshauses sind Ingenieure in der Lage, die schöpferische Wucht ihrer Kollegen zu schätzen.

"Unsere Brücke stellt trotzdem einen überaus kühnen Entwurf dar, auf den wir stolz sein können. Sie gilt mit ihren mächtigen, strahlenförmigen Tragseilen und ihrem weiten Schwung zurecht als ein neues Wahrzeichen, das auf eine starke Stadt deutet."