Elbenau. Schulleiter Frank Faust kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn er vor der Freien Waldschule in Elbenau steht und auf die Eingangstür schaut. "Das muss eine unglaubliche Explosion gegeben haben, bei dem das ganze Haus bebte", sagt der 47-Jährige. Der Zustand des Eingangsbereichs spricht Bände: Geborstenes Glas, verzogene Türrahmen, Risse im gläsernen Überdach des Eingangs, abgerissene Halterungen.

"Wir müssen die Tür komplett ersetzen", sagt Frank Faust. Ein teures Unterfangen für den Schulträger, die Oskar-Kämmer-Schule. "Denn die gibt es nicht von der Stange", sagt der Schulleiter. Für die Tür wird nämlich zweifach verglastes Sicherheitsglas genutzt, es muss einen sogenannten Panikverschluss geben, damit die Kinder in Notfällen die Tür schnell aufbekommen. Schul-träger und -leitung stimmen sich derzeit mit der Versicherung ab, holen Angebote ein, eine Fachfirma hat das Aufmaß für eine neue Tür genommen.

Bis zur Reparatur sehen die 67 Mädchen und Jungen aus den vier Klassen der Waldschule auf das, was Zerstörungswut anrichten kann. Am 30. Dezember 2013 hat Frank Faust in der Schule noch einmal nach dem Rechten gesehen, die Bildungseinrichtung war nach Weihnachten, zwischen den Jahren, Silvester und Neujahr zu. Als am 2. Januar die Reinigungskraft ihre Arbeit erledigen wollte, fand sie die aufgesprengte Tür. Teile waren bei der Detonation bis in den Keller der Schule geschleudert worden. Im Flur waren alle Feuerschutztüren zugefallen. Überall lag ein weißer Staubfilm.

Die Täter, so vermutet es der Schulleiter, haben die Silvesternacht für den Einbruchsversuch genutzt. Denn den Knall habe niemand im Ort bemerkt. Frank Faust geht, wie die Polizei auch, wirklich von einem Einbruch und nicht von einem "Jungen-Streich" aus. Denn es wurden keine Böllerreste auf dem Schulhof gefunden. Die Täter gingen gezielt vor. So befindet sich in der zersplitterten Türscheibe ein Loch in Schlossnähe. "In die Schule kamen die Täter allerdings nicht. Das Schloss ließ sich nicht mehr bewegen, so verzogen war die Tür." Frank Faust rechnet damit, dass man über 5000 Euro aufbringen müsse, um die Schäden zu begleichen. Ganz abgesehen vom bürokratischen Aufwand.

Ärgerlich genug, aber noch wütender ist der Pädagoge, dass eine Schule, ein Haus für Kinder, das Ziel der Übeltäter war. "Mit viel zeitlichem und auch finanziellen Engagement der Eltern haben wir eine richtig schöne Kindereinrichtung geschaffen. Wir haben viele Angebote. Das Lernen macht hier Spaß. Und einige Wenige missachten das einfach." Was sei aus einer Schule schon zu holen, fragt sich Frank Faust. "Bargeld gibt es hier nicht. Die PC-Technik ist über zehn Jahre alt. Noch gut genug, um Lernprogramme für die Kinder zu installieren, aber nicht mehr mit Marktwert. In der Schule gibt es Feuerschutztüren aus Stahl. Alle sind verschlossen. Man kommt in keinen Raum. Der Wert dessen, was Diebe holen könnten, liege weit unter dem, was für den Schadensausgleich aufgebracht werden müsse.

Und das nicht zum ersten Mal. Bereits vor drei Jahren wurde in die Waldschule eingebrochen. Vom Grundstück sind ein Tor, Rasenkantensteine, Zaunteile verschwunden. "Das alles beschäftigt auch die Kinder", sagt Frank Faust. "Dabei sollen sich die Schüler hier wohlfühlen und nicht irgendein Gefühl von Misstrauen haben." Aus diesem Grund reden die Lehrer auch mit allen über alles was passiert ist. Die Eltern stehen daneben auf der Matte: "Viele haben uns schon Unterstützung zugesichert."

 

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