Schönebeck. Wer kurz nach 19.30 Uhr zur Hauptperson im "Holzwurm" durchkommen will, braucht Geduld. Bert Knoblauch, frischgewählter Oberbürgermeister von Schönebeck, ist vollauf beschäftigt: Glückwünsche über Glückwünsche strömen auf ihn ein, entweder per Handschlag, herzlicher Umarmung und am Telefon. Der CDU-Mann findet Worte des Dankes für das Geleistete im Wahlkampf. Besonders haben ihn Gunnar Schellenberger, Dorian Reichelt, Nick Polzin, Michael Schulz und Helmut Huppertz unterstützt, zudem viele weitere Mitstreiter. Und nicht zu vergessen: seine Familie. "Sie haben mir daheim wirklich alles abgenommen. So konnte ich mich nur auf Beruf und Wahlkampf konzentrieren."

Die Auszählung der Stimmen sei spannend gewesen. "Als das Ergebnis kurzzeitig umgeschlagen ist, da ist mir das Herz schon in die Hose gerutscht", gesteht Bert Knoblauch. Es sei ein langer, harter und fairer Wahlkampf gewesen. Er habe sich schon gedacht, dass das Ergebnis knapp wird - aber so knapp...

Nun möchte er durch seine Arbeit überzeugen. Auch diejenigen, die ihn nicht gewählt haben, sollen sehen, dass er gut ist, betont er. Er hofft im Stadtrat auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Parteien. "So richtig kann ich es noch gar nicht realisieren", gesteht er. Das kommt noch, meinen seine Anhänger schmunzelnd. Und Jens Kurth meint zu ihm "Bert, du hast es fair gestaltet, für fünf Minuten war Holger Goldschmidt Oberbürgermeister." Und dann macht sich Bert Knoblauch auf den Weg ins Rathaus, zum Verwaltungsteam - bald seinem Team. Am 13. Februar wird er ernannt und vereidigt.

Seiner Zweitplatzierung zum Trotz ist Holger Goldschmidt zufrieden mit dem Wahlergebnis. "Ich bin immer schon von einem knappen Ergebnis ausgegangen", sagt der Einzelkandidat. Für ihn ist der gestrige Tag keine Niederlage. Vielmehr hat sich der Elbenauer schon einen Plan erdacht, wie es weitergeht. "Ich werde zur Stadtratswahl im Mai antreten", sagt er - dann nicht als Einzelkandidat, sondern als FDP-Mann.

"Ich kann mich doch jetzt nicht einfach zurückziehen", begründet Goldschmidt. Denn einerseits haben ihm die Schönebecker viele Sympathien entgegengebracht sowie Respekt gezollt und andererseits "gibt es in Schönebeck noch viele Baustellen", die man angehen müsse.

Vom neuen Oberbürgermeister wünscht sich der Zweitplatzierte, dass dieser seine Ideale und Vorstellung vor allem hinsichtlich der Verwaltungsstruktur hat und durchsetzt. Den Wahlkampf bezeichnet der Elbenauer als sportlich und fair.

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