Mit ihren Reisen nach Peru und Mexiko hat sich die gebürtige Calbenserin Yvetta Schöne einen lang gehegten Traum erfüllt. Einige ferne Orte fremder Kulturen kannte die Kriminalbeamtin schon als junge Leserin der "Mosaik"-Hefte, die sie regelrecht verschlang.

Calbe l "Nie im Leben hätte ich als kleines Mädchen gedacht, dass es solche Orte wirklich gibt", sagt Yvetta Schöne bei der Ausstellungseröffnung am Sonnabendnachmittag in der Neuen Galerie der Heimatstube. Dort wurde es bei der ersten Veranstaltung im 48. Jahr des Heimatvereins wegen der zahlreich erschienenen Besucher richtig eng.

Die 49-Jährige kann sich noch genau daran erinnern, wie sie als Schülerin der damaligen Calbenser Schulen "Wilhelm Pieck" und später "Karl Marx" aufgeregt zur Postfiliale in der damaligen Pieckstraße ging. Einmal im Monat kam eine neue Folge der "Mosaik"-Hefte mit den Abenteuern des DDR-Comic-Trios der "Digedags" heraus, die Yvetta Schöne regelrecht verschlang.

Nach einem Jahr Geographiestudium an der Hallenser Universität, den Stationen des Schönebecker Dieselmotorenwerks, der Deutschen Volkspolizei, des Studiums an der Ascherslebener Polizei-Fachhochschule arbeitet sie in ihrem Traumberuf als Kriminalbeamtin und bildet junge Polizisten während des Praktikums aus. Ihren Urlaub verbringt die Hobbyfotografin, die heute in Schönebeck lebt, gern auf Entdeckungstour fernab von Touristenzielen. 2007 erfüllte sie sich einen Traum und nahm an einer Studienreise ins südamerikanische Peru teil. Fünf Jahre später bereiste sie Mexiko. Der Clou: Einige Sehenswürdigkeiten und Sagen, die Reiseleiter vor Ort erklärten, kannte Yvetta Schöne bereits - und zwar aus ihren "Digedag"-Comics. Die Abenteuer von Dig, Dag und Digedag trugen sich in einigen Ausgaben auch in Nord- und Südamerika zu. Vom Mississippi über die Rocky Mountains bis nach New Orleans oder New York kam selbst das imperialistische Ausland in die DDR-Kinderzimmer. Zahlreiche Tempel der Azteken und Majas hatte sie beispielsweise im Comic-Kapitel "Landung in Mexiko" schon früher gesehen. Diese und weitere Orte fotografierte Yvetta Schöne. Angefangen hatte sie vor 40 Jahren mit einer eigenen Kamera, das Einamleins lernte sie von ihrem Vater. Dabei legt Yvetta Schöne großen Wert darauf, dass ihre Bilder nicht nachträglich bearbeitet werden. "Wie gesehen, so fotografiert und hier gezeigt", sagt sie. Als Auftakt für das Veranstaltungsjahr 2014 sind die Fotografien noch bis zum 22. März in der Heimatstube zu sehen. "Schön, dass Reisende auch weiterhin in der Heimatstube die Möglichkeit bekommen, anderen von ihren Fernreisen zu berichten", würdigte Ehrenratsvorsitzender Georg Hamm das langjährige Engagement des Calbenser Heimatvereins.

 

Bilder