Das vergangene Jahr sei ein bewegendes gewesen. Das Hochwasser habe mächtig gezehrt. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ranies deutlich. Allein in Sachen Hochwasser haben die Aktiven 6210 Einsatzstunden geleistet.

Ranies l "Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Aufgrund des Hochwassers waren wir 6210 Stunden im Einsatz", sagt Gunnar Ulrich, stellvertretender Wehrleiter von Ranies, und muss selbst erst einmal innehalten und diese Zahl "verdauen", ebenso seine Kameraden. Insgesamt haben die Aktiven der ostelbischen Ortschaft im vergangenen Jahr 1153 Stunden an Dienstabenden geleistet sowie 6417 Einsatzstunden. Diese Zahlen nennt Ulrich während der Jahreshauptversammlung am Sonnabendabend.

Die Ortswehr habe 36 Dienstabende absolviert, 7 in Kooperation mit der Pretziener Wehr. "Das erachte ich als sehr, sehr gut", lobt Gunnar Ulrich. Bei Einsätzen habe sich die Zusammenarbeit ausgezahlt. "Und diese wird weitergehen", blickt Gunnar Ulrich voraus. Positive Worte findet er auch für die Beteiligung der Kameraden an den Dienstabenden. Sei diese im vergangenen Jahr noch bemängelt worden, so sei sie nun viel besser. Durchschnittlich seien 10 bis 15 Feuerwehrleute anwesend. "Da bin ich stolz drauf", so Gunnar Ulrich. "Jahre zuvor saßen wir noch mit 5 Hanseln hier." Eine gute Entscheidung sei es auch gewesen, den Dienst auf Freitag zu verlegen, somit können auch Kameraden dabei sein, die unterhalb der Woche beruflich gebunden sind.

Gunnar Ulrich nennt auch vier Ziele, die die Ortswehr in diesem Jahr verfolgen wolle: - Zurzeit stellen die Aktiven neun Atemschutzgeräteträger, Führungskräfte inbegriffen. Diese Zahl soll sich deutlich erhöhen. - Florian Herrler und Detlef Hinz werden einen Feldkoch-Lehrgang besuchen. Denn die Ranieser stellen für die Wehren der Stadt Schönebeck im Einsatzfall die Versorgung. - "Es haben nur drei Mann eine Ausgangsuniform. Ich will gern, dass alle eine haben", regt Gunnar Ulrich an. - Die Zusammenarbeit mit der Pretziener Wehr soll noch enger werden. "Denn das ist eine feine Sache", so der stellvertretende Wehrleiter.

Wehrleiter Gerald Herrler bilanziert, dass die Wehr derzeit 24 Mitglieder hat, davon 6 Frauen. Erfreulich sei, dass drei Frauen und drei Männer im vergangenen Jahr dazugekommen sind, darunter zwei aus der eigenen Jugendwehr.

Diese positive Entwicklung setze sich auch in der Jugendwehr fort, wie Jugendwart Florian Herrler mit seinen Ausführungen bestätigt. Die Nachwuchstruppe zählt derzeit 16 Kinder und Jugendliche - davon 11 Mädchen. "Im vergangenen Jahr gab es einen Zugang - endlich mal einen Jungen", sagt Florian Herrler schmunzelnd. Leider habe die Jugendwehr auch einen Weggang hinnehmen müssen, zwei sind in den aktiven Dienst gewechselt. Aber: Neuanmeldungen seien in Aussicht, beruhigt er, dass die Gruppe auch weiterhin so stark bleiben werden.

Lob: "Vorzeigewehr" und "Vorreiterrolle"

Die 10- bis 16-Jährigen haben im vergangenen Jahr 1590 Stunden geleistet als Ausbildung und Veranstaltungen. Was die Aktiven vormachen, hat sich auch der Nachwuchs schon angenommen: Die Jugendwehren Ranies und Pretzien absolvieren gemeinsam Dienste. Und der Jugendwart weist in diesem Rahmen gleich auf einen Termin hin: Die Ranieser Wehr will am 28. Juni ihr 80-jähriges Bestehen begehen. Dazu ist ein Vergleich der Jugendwehren des Brandschutzabschnittes geplant.

Man merke, dass es hier eine kompetente Leitung gebe und gemeinsam an einem Ziel gearbeitet werde. Zu diesem Resümee kommt Dezernent Joachim Schulke. "Das hier ist eine der Wehren der Stadt, die als Vorzeigewehr bezeichnet werden kann." Und zur Kooperation mit anderen Wehren: "Bitte ausbauen." Dem schließt sich Abschnittsleiter Uwe Tandler an. "Ich komme gern nach Ranies und noch lieber, wenn ich so eine positive Bilanz höre." In Sachen Leistungsfähigkeit sei ein Aufwärtstrend zu verzeichnen, auch die Jugendwehr entwickele sich positiv. Lob kommt auch von Stadtwehrleiter Ronald Mühlsiegel. Vor allem zur Ausbildung mit Pretzien: "Ihr nehmt da eine Vorreiterrolle in der Stadt ein, einige haben eine Kooperation probiert, es hat aber nicht geklappt. Soweit ich weiß, würden sich gern weitere Wehren Ostelbiens anschließen."